Reise 2010/2011 Transafrika / Ostroute !

Unsere Reiseplanung für diese Tour:

Stand 3.08.2010:

Wir wollen Mitte Oktober in Bad Tölz starten und die Tour soll Mitte März 2011 in Kapstadt enden. Heimreise per Flugzeug. Auto soll im Container zurück kommen.

Die geplante Fahrt mit der Fähre über Genua und die Weiterfahrt durch Tunesien und Lybien wurde gestrichen. Weil es eine neue Fähre von Venedig nach Alexandria gibt! Die haben wir jetzt am 13. Oktober gebucht.
Das erspart uns einige Tage auf den ersten 5000 km! Außerdem wurde eine organisierte Tour durch die Great Sandsea abgesagt. Da gibt es Genehmigungsprobleme und wir haben mehr Zeit auf der Transit- Ostroute.
Wir wollen durch folgende Länder fahren: Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Malawi, Sambia, Botswana, Namibia nach Südafrika.

Unsere gefahrene Route:

Wir haben die neue Mitelmeefähre von Venedig nach Alexandria gewählt.Unser Endpunkt war dann nach der Rückfahrt von Südafrika Windhoek in Namibia.

AKTUELLES REISETAGEBUCH:

29.09.2010
Schön langsam wächst das Reisefieber. Wir haben hier auf der Zugspitze noch 4 Tage auf der DAV- Hütte zu arbeiten. Dann bleibt uns noch eine Woche für die Vorbereitung. Das Auto muss noch gepackt werden, Reifen wechseln, Medikamente besorgen, Postlagerauftrag, Einkaufen, US Dollar besorgen...........
Was haben wir noch vergessen? Schließlich waren wir noch nie zusammenhängend für mindestens 5 Monate unterwegs!

Die. 12.10. Abfahrt in Bad Tölz nach Venedig. Übernachtung im Fusio Camp nahe dem Industriehafen.

 

Mi. 13.10. Wir sind um 10:00 Uhr am Tor zur VISAMER LINE im Industriehafen von Venedig. Einchecken und dann geht es um 12:30 Uhr aufs Schiff. Es sind nur 20 PKW`s an Bord. Davon fahren nur 4 Autos nach Alexandria. Jetzt haben wir bis Sonntag Zeit zum Ausschlafen.
Lt. Infos aus Kairo, sollen wir in 2 Tagen das Sudanvisum erhalten. Schau ma mal!

Mo 18.10. Nach 4 Tagen ruhiger Überfahrt und einen Zwischenstop in Tartus/Syrien, sind wir gut in Alexandria gelandet. Der Zoll war etwas nervig und hat mir meine Machete abgenommen- „gefährliche Waffe"- aber fast Jeder in Afrika rennt mit einer Machete in der Hand rum! Heute Früh ging es dann nach Kairo, wo wir uns noch das Empfehlungsschreiben an der deutschen und österreichischen Botschaft geholt haben. Dieses Schreiben ist für das Sudanvisum notwendig. Ankunft Hafen in Alex. N31/11,320 E 029/52,670
Zoll/Polizei N31/11,671 E 029/52,840

Do. 21.10. Kairo: Haben vorgestern innerhalb eines Tages die Sudanvisas erhalten. Wir sind sehr erleichtert, daß das in einem Tag möglich war. Das Äthiopienvisum dauert 2 Tage.
Dann fahren wir gleich Richtung Westliche Wüste. 4 Tage Kairo sind genug, es ist heiß und schwül hier. Wir wohnen im My Fair Hotel in Zamalik. Ein sehr empfehlenswertes Hotel. In Kairo: Sudan Embassy N 30/02,416 E 031/12,275
Äthiopien Embassy N 30/02,412 E 031/12,273

Reisroute durch die Sahara

Unsere geplante Tour durch die Sahara

So.24.10. Nachdem wir am Do. das Äthiopienvisum erhalten haben, sind wir gleich Richtung Wadi Hitan abgefahren. Direkt beim Gate des Wadi Hitan geht eine Offroadpiste Richtung nach Bahariya weg, die wir noch gefahren sind. Am Fr. waren wir in Bahariya und haben Stefanie in der Oase getroffen. Anschließend ging es über den Kristall- Mountain in die Weiße Wüste. Wunderbarer Offroad Abstieg in die WW.

Weisse Wüste/ Sahara




Die. 26.10.Nach einer Vollmondnacht in der Weißen Wüste sind wir weiter über die Western Desert Road nach Luxor. Weiterfahrt entlang des Nils nach Assuan.

Mi./ Do. 27./28.10. Von Assuan 300km nach Abu Simbel am Nasser Stausee. Der wohl berühmteste altägyptische Tempel, der mit Hilfe der UNESCO vor dem Verschwinden im Wasser gerettet wurde. Die spektakuläre Late- night- show war die lange An- und Rückfahrt von und nach Assuan wert. Die Fahrt konnte in beiden Richtungen nur im Konvoi mit Polizeischutz gefahren werden. Die Sudangrenze ist nicht mehr weit weg, aber es gibt hier keinen Grenzübergang in den Sudan. Wir müssen die Fähre von Assuan nach Wadi Halfa nehmen.

So. 31.10. Am Fr. waren wir bei der Polizei, um das notwendige Ausreisepapier für den Sudan zu erhalten. Sa. haben wir dann die Tickets für die Fähre nach Wadi Halfa erhalten. Gestern war noch ein wunderbarer Feluken- Segeltörn am Nil im Programm. Heute wird das Auto gepackt, da es morgen auf die Fähre geht. Die restlichen Bierdosen müssen noch versteckt werden.

Sa. 6.11. Nach einer abenteuerlichen 20 Std.- Überfahrt mit der Fähre am Montag nach Wadi Halfa warewn wir schnell durch den Zoll und fuhren mit dem Bus in ein einfaches Hotel. Die Fahrzeuge kamen dann am Mittwoch Mittag in Wadi Halfa an. Auf der Strecke entlang des Nils gab es einiges zu sehen. Den Tempel von Solep auf der Westseite des Nils. Anschließend sind wir eine sehr schöne Offroadstrecke entlang der Westbank bis Dongola gefahren. Dann ging es zu den Pyramiden von Karima und Merowe.


Die schwarzen Pyramiden in Meroe.

Heute Nacht hat uns die Polizei noch von einem Schlafplatz in der Wüste bei Atbara vertrieben. Wir sind dann in der Nacht noch bis zum Meroe Camp gefahren. Nach der Besichtigung der schwarzen Pyramiden in Meroe ging es dann noch bis Karthum. Es ist sehr heiß hier, sicher während des Tages bis 40 Grad und nachts kaum Abkühlung. Jetzt benötigen wir noch das Schreiben der deutschen Botschaft von Addis Abeba, da die Äthiopier zusätzlich zum Carnet noch ein Garantieschreiben der deutschen Botschaft in Adis benötigen, das das Auto in Äthiopien nicht verkauft wird! Wir hoffen, das wir das dann bald erhalten. Dann starten wir Richtung Äthiopien.
Kontaktperson für das Einreisepapier für Äthiopien ist Fr. Regina Werner, German Emb. in Addis Abeba. Gott sei Dank haben wir einen Laptop dabei und konnte die Zollproblematik in Assuan über das Internet erfahren. In Karthum haben wir dann das notwendige Zollpapier bei der deutschen Botschaft in Adis per E.mail anfragen können.


Do. 11.11.
Montag um 10:30 erhielten wir das ersehnte Einreisepapier für Äthiopien. Wir fuhren dann gleich los bis nach Gedaref. Die Landschaft war anfangs ziemlich eintönig. Vor Gedaref sahen wir dann die ersten Dörfer mit Strohhütten. Nach einer Hotelnacht mit Grillenplage ( habe 10 Stück im Zimmer erlegt) ging es dann zügig bis an die äthiopische Grenze nach Gallabat. Nach einer Stunde waren wir ohne Probleme in Äthiopien.
Wir fuhren noch offroad bis zum Tanasee, wo wir einen wunderbaren Platz zum relaxen bei Tim & Kim wussten. Ein holländisches Paar, die hier einen schönen Platz für ihr Resort gefunden haben. Nach 2 geruhsamen Tagen mit kühlen Nächten, war heute ein Besuch in Gongara mit einer alten Kirche mit gut erhaltenen Fresken aus den 12. JH. im Programm. Mittag ging es dann noch bis Gonder. Das alte Schloss ist sehenswert. Man meint man ist in Schottland,

Fr. 3.12. Wir sind nicht verschollen ! Mangels Internet in Äthiopien folgt längerer Bericht in Kürze. Wir sind jetzt in Kenia und haben vor 2 Tagen den Äquator überquert. Wir sind zur Zeit in den Bergen südlich des Mt. Kenia.

Sa. 4.12. Jetzt folgt die Äthiopienfortsetzung: Von Gonder sind wir südlich bis Bahir Dar, südlich am LAKE TANA. Nachmittags ein Ausflug zu den Wasserfällen des Blauen Nils. Trotz Berichte, das sich der Besuch nicht lohnen würde, waren die Wasserfälle trotzdem sehr interessant. Nur die 30km und zurück waren anstrengend, da die Piste in schlechtem Zustand war. Übernachtung im Ghion Hotel am Lake Tana. Weiter ging es südwärts bis Fiche. Der Abstieg von ca. 2000 Höhenmeter zum Nil war beeindruckend, vergleichbar fast wie der Great Canyon in den USA. Die Nacht campten wir im German Park Hotel mit tollem Blick in den Nil Canyon. Eine Deutsche vom Bodensee hat es mir ihrem äthiopischen Freund dort eröffnet. Nächste Station war dann Addis Abeba, wo wir uns beim Wim`s Holland House für einige Tage einquartierten.
Nachdem wir das Keniavisum und die COMESA- Versicherung erhalten haben, ging es weiter über Hosaina nach Sodo. Weiter bis Arba Minch. Der Besuch des Mechi Sar NP war unsere erste Begegnung mit den wilden Tieren Afrikas: Zebras, Kudus- Tuktuk- und andere Antilopenarten und vielen exotischen Vögeln.



Dort besuchten wir auch eine Krokodilfarm.
Weiter ging es über Konso nach Turmi in des Omo- Valley.

Markt in Tumri:




Der Einheimischenmarkt mit den Hama-Tribes war sehr beeindruckend. Leider verlangten die Einheimischen für jedes Foto Geld, was sehr störend war. Wir verzichteten auf eine weitere Fahrt zu anderen Volksstämmen, da das alles in der Zwischenzeit sehr touristisch vermarktet wird. Pro Tag sind sicher mehrere Hunderte Fahrzeuge mit Touristen in das Omogebiet unterwegs.
Auf unserem weitern Weg nach Süden folgte ein Stop am Lake Langano. Dort fanden wir eine wunderschönes Camp direkt am See. Im angrenzenden NP sahen wir unsere ersten Staußen- Vögel.
Südlich von Yabelo besuchten wir noch den Soda- Kratersee, bevor es zur Grenze nach Moyale ging. Der Übertritt nach Kenia war problemlos, wir mußten nur auf die Beamten warten, weil sie mindestens 2 Stunden zum Mittagessen benötigten.
Am nächsten Morgen starteten wir bereits um 5:00 Uhr zur gefürchteten Strecke nach Masarbit. Wir konnten diese Strecke in ca. 6 Std. bewältigen und das Auto blieb heil!
Aber die Piste war schon vom aller schlimmsten!
Nach einer erholsamen Nacht bei Henry`s Rest Camp in Marsabit ging es bis zum Samburupark ins dortige Camp. Übrigends geht die Pisten bis zur Südgrenze des Losai NP. Ab dort beginnt eine super neue Asphaltstrasse! Anschließend verbrachten wir 2 Tage im Samburu- NP.

Im Samburudorf:

Ein sehr beeindruckender Aufenthalt im Park mit vielen Zebras, Elefanten, Giraffen und unsere ersten Löwen sowie 3 Leoparden, die wir sehr gut fotografieren konnten!
Die Tiere hielten sich vorwiegend in der Nähe des Flusses auf.

Paarungstanz der Kronenkraniche, sind diese Vögel an Schönheit noch zu übertreffen?

Ein Abstecher in die Berge des Mt.Kenia war ein wildes Abenteuer.Von Archer`s Post fuhren wir östlich um den Berg. Eine wunderbarer Landschaft mit vielen Kaffee-, Tee- und Bananenplantagen. Wir fuhren in die Berge zur Castle Forst Lodge. Ein alte englische Hillstation. Ein 2 Tagesabstecher zu einer Berghütte unterhalb des Mt. Kenia war die reinste Regenwald- Schlammschlacht, wobei ich mir meine rückwärtige Trittstufe am Toyota abgerissen habe. Nach dem Bergabenteuer fuhren wir nach Nakuru und fanden einen Super Campground beim Hotel an den Tomas Falls. Abends noch ein Ausflug mit einem Masai zum nahen Hippopool. Unsere ersten Flußpferde!

So.12.12. Nach Nakuru fuhren wir weiter bis Ilkek und querten dann zum Hell`s Gate NP.
Auf wilden Pisten weiter über Narok in den Masai Mara NP. Westlich des Talek Gate fanden wir eine befahrbare Furt durch den Mara River und sparten uns daher einige USD- Scheinchen! Wir sahen Löwen und Leoparden aus nächster Nähe. Dank GPS und T4A war das navigieren im NP ohne Führer kein Problem.

In der Masai Mara:











Abends gabe es ein heftiges Tropengewitter. Der nächste Tag war dann die reinste Schlammschlacht auf aufgeweichten Pisten nach Westen nach Suna, nahe der Tansania Grenze. Wir fuhren noch bis Musoma am Victoria Lake zu einem traumhaft schönem Camp ganz im Westen am Ende der Halbinsel. Die frisch gefangenen Fische schmeckten dann besonders gut.
Nach einem Ruhetag fuhren wir wieder Offroad zum Ikoma Gate und querten die Serengeti nach Osten und dann nach Norden zum Klein´s Gate.

In der Serengeti:






Vom Gate bis Wasso folgten Schlammpisten vom Allerfeinsten! Die großen Büffel- und Gnuherden waren gerade unterwegs nach Süden in die Serengeti.





Über Sonjo fuhren wir zum Lake Natron. Der See mit den Millionen von Flamingos und der Mt. Lengai ist die beeindruckenste Landschaft, die wir bis jetzt gesehen haben!

Mt. Langai / Lake Natron:




Die Weiterfahrt nach Osten nach Longido ist in der Zwischenzeit auch kostenpflichtig. An den Distrikgrenzen kassieren die Masais ab: 40.- und 20.- USD.
Jetzt erholen wir uns für 2 Tage in Arusha in der Ilboru Safari Lodge (S3/20,985; O 036/41,155) und das für nur 20.- USD pro Nacht. Statt Camping gab uns der holländische Pächter ein Luxuszimmer, super freundlich! Die TOP- Adresse in Arusha!!

 

Fr. 17.12. Nach Arusha fuhren wir bis Hai und dann nordwärts auf Piste auf die Kilimanjarorunde. Wir wußten aber noch nicht, ob man den Kilimanjaro mit dem Auto umrunden kann. Wir hatten Glück und mit freiem Blick auf den Gipfel des Kilimanjaro!



Ab Tamwanga hatten wir überraschend eine neue wunderschöne Asphaltstrasse bis Manda. Übernachtung auf der Campsite des Lake Chala, an einem schönen Kratersee.
Nächster Stop in den Usambarabergen bei Lushoto auf dem spektakulärsten Campplatz unserer Reise, 1000m über dem Tal beim Talim Irente View Campground.

Siehe Foto: der Sonnenuntergang war dann auch noch spektakulär!





Nach 2 erholsamen Tagen an der Peponi Beach bei Pangani, haben wir heute Dar Es Salaam erreicht.




Sisalplantage und Baobab- Baum

Dort werden wir uns am Montag noch das Malawivisum holen. Als Österreicher muss ich mir das hier holen, da ich es nicht an der Grenze erhalte.
Weihnachten war an der Peponi Beach geplant, aber es ist uns dort zu warm, da es auch in der Nacht kaum kühler wird, daher werden wir uns in die Udzungwa Berge verziehen oder an den Malawi See.



Wir wünschen bereits jetzt allen Freunden, Bekannten und Interessenten meiner Webseite ein schönes Weihnachtsfest!
Mo. 27.12.
Weihnachten haben wir mit einem gewaltigen Regenguß im Eurekacamp in Lusaka verbracht. Wir sind in der Zwischenzeit in Livingstone in Zambia angekommen und haben heute den östlichen Teil der Victoriafälle besichtigt. Gewaltiger als wir uns vorstellen konnten! Längerer Bericht folgt in Kürze!

Fr. 31.12. Kasane /Botswana. Nach der Besichtigung der Victoria Fälle hatten wir noch eine Möglichkeit nordseitig zu Fuß im Wasser den Sambesi bis ca. Mitte der Fälle zu queren, da der Wasserstand noch nicht sehr hoch war. Von dort hatten wir einen tolle Tiefblick direkt an der Kante der Wasserfälle.



Nachmittag leisteten wir uns noch einen Flug mit einem Ultralight- Flugzeug und konnten dann erst die riesige Ausdehnung der Fälle aus der Luft sehen.




Da der Wasserstand des Sambesi noch nicht zu hoch war, waren auch die gesamten Fälle gut sichtbar und der „donnernde Rauch" hat noch nicht die Sicht versperrte. Von Livingstone fuhren wir bis Kasangula und überquerten den Sambesi mit der Autofähre und waren somit in Botswana.
Wir haben in Kasane Iris und Achim kennengelernt, die uns gute Tips für Nord- Namibia gegeben haben. Weiters haben sie uns 10km südlich von Kasane in das Senyati Safari Camp gelotst.



Eine TOP- Adresse, da man mitten im Busch campt und man abends auf der Veranda vor einem beleuchteten Wasserloch sitzt und jeden Abend die Elefanten und andere Tiere beobachten kann, die zum Trinken kommen!
In der Nacht bekommt man noch Besuch von Elefanten , Hyänen und Büffel, die direkt durchs Camp streifen. Einfach großartig! Heute geht es ab in den Chobe NP, wo wir in der Wildnis Sylvester feiern werden ! Wünschen allen einen GUTEN RUTSCH!

Mo. 3.1. Wir sind von Kasane in den Chobe NP. Haben an der Waterbank mit Elefanten rund um das Auto Sylvester gefeiert und sind am 1.1. weiter in den Chobe NP eingefahren, um nach Maun zu kommen. Jetzt hat uns aber das Regenwetter voll erwischt und sind daher aus dem NP wird zurück, da die Sandpisten alle unter Wasser standen. Wir haben daher umdisponiert und heben uns Botswana für später auf. Jetzt sind wir über Rundu in Nord- Namibia entlang der Angolagrenze auf den Weg zu den Epupafälle ganz im Norwesten. Dort treffen wir Robert aus STA der seinen Toyo nach Namibia verschifft hat. Wir wollen zusammen den Norden erkunden und uns dann an der Skeleton Coast nach Süden vorarbeiten.
Daher werdet Ihr von uns die nächsten 2-3 Wochen nichts mehr hören, denn auf der Strecke bekommen wir vielleicht erst wieder in Swakopmund Internet.

Fr. 21.1. Swakopmund: Wir haben, wie vereinbart Robert und Katja an den Epupa Falls getroffen und sind dann nochmal ueber Opuwo zum Einkaufen und Tanken gefahren. Natuerlich war noch ein Besuch in einem Himbadorf angesagt.







Anschließend sind wir über den Van Zyl`s Pass nach Westen gefahren. Der Pass hat es in sich! Offroad an der Grenze des noch fahrbaren!





Gut das wir mit 2 Fahrzeugen unterwegs waren, so konnten wir uns gegenseitig einweisen. Dann ging es entlang des Marienflusses nach Norden bis zum Syncro Camp an der Angolagrenze. Eine unberührte Traumlandschaft.








Dann auf einer anderen Piste zurück und über die Hartmannberge wieder hoch bis an die Grenze von Angola. Eine Dünenlandschaft mit vielen Wildtieren. Entlang den Dünen ging es nach Süden zum Purros Camp zum Hoarusib River, wo wir 3 Löwen entdeckten. Nach einer Wartezeit von 2 Std. beobachteten wir sie, wie sie eine Oryx-Antilope zerlegten.







Nachdem uns ein ziemlich ärgerlicher Elefantenbulle die Weiterfahrt durch den Canyon verwehrte, fuhren wir diese erst einen Tag später westwärts an die Grenze des Skeleton Coast NP. Entlang der NP- Grenze bis zum Elephant Song an den Hoanib River.Im Flussbett versuchten wir bis an die Küste vorzudringen. Es scheiterte auf halber Strecke an undurchdringlichem Gebüsch im Delta nahe der Küste. In vielen der gefahrenen Flussbette, die fast alle trocken waren, konnten wir viele Tiere erspähen. Über Sesfontein fuhren wir immer auf wilden Pisten, die wir dank T4Africa gut fanden, weiter über Palmweg nach Twyfelfontain zu den Felsgravierungen der San. Absolut sehenswert!





Leider sahen wir keine Nashörner, die haben sich alle in die kühleren Bergtäler verzogen, die sind aber nur zu Fuß erreichbar. Daher machten wir einen Abstecher in den Etosha Pan NP.







Leider hat uns dort Regen erwischt und wir sind schleunigst wieder in den Westen zum Brandberg und an die Spitzkoppe gefahren. Einfach unglaublich schöne Wüstenstrecken!




Nach Querung der Wüste ging es dann entlang der Skeleton Coast bis nach Swakopmund. Ein Besuch einer Robbenkolonie war sehr beeindruckend, aber dort hat es bei 100.000-senden von Tieren ganz schön gestunken. Jetzt sind ein paar erholsame Tage in Swakopmund angesagt.

Sa. 22.1.
Swakopmund: habe noch ein paar Bilder eingefügt.

Die. 25.01. Nach einer Runde durch den Naukluft Park sind wir wieder zurück in Swakopmund. Wir besuchten die Blutkuppe und sahen im Süden des Parks größere Herden des sehr scheuen Hartmannschen Bergzebras und die ersten Köcherbäume.



Dann gab es noch ein erfrischendes Bad in der Springbok Pan! Und das mitten in der Wüste!



Nach Besichtigung der Salzlagune in Walvis Bay und ein Abstecher in die Dünen der Namib sind wir wieder in Swakopmund.





Do.27.01. Von Swakopmund nach Walvis Bay enlang der Küste nach Süden nach Sandwich Harbour und durch die Dünen der Namib- Wüste wieder zurück nach Walvis Bay.

 






Für diese Tour ist ein Permit notwendig, genauso wie für den Naukluft Park und Strecken in den Skeleton NP. Diese Tour haben wir in Begleitung von Ernst Ritter aus Swakopmund unternommen ( da man diese Tour nur mit 2 Fahrzeugen machen sollte). Das war ein wirkliches Offroad- Highlight! Entlang der 100 m hohen Dünen mit teilweise nur einigen Meter Abstand von den Atlantikwellen entfernt kann man nur bei Ebbe unternehmen. Es sind durch Unachtsamkeit und ohne Berücksichtigung der Ebbe- und Flutzeiten schon einige Fahrzeuge im Wasser versunken, da sie nicht mehr rechtzeitig geborgen werden konnten!
Die Rückfahrt über die bis zu 150 m hohen Namibdünen war besonders spannend, da die Sandverhältnisse wegen der wechselnden Windrichtungen sehr unterschiedlich waren. Die Auf- und besonders bis 100m Dünen Abfahrten bei bis ca. 50 Grad Neigung war schon ein besonderer Nervenkizzel! Aber Ernst kennt die natürlich als Einheimischer! Der Atlantikwind legt auch noch in den Dünen Spuren der ersten Besiedler und Gräber frei. Die ältesten Siedlerspuren sind mindestens 2500 Jahre alt. Nochmal ein herzlicher Dank an Ernst, für die tolle Tourbegleitung!







Jetzt ist mal ein Abstecher nach Windhouk geplant, da das Auto einen Ölwechsel und Abschmieren notwendig hat. Auch die beiden Heckreifen sind nach 20.000 km über viele steinigen Offroadstrecken ziemlich am Ende.

Sa.29.01. Von Swakopmund sind wir bis zum Kuisib-Pass gefahren und haben dort einen schönen Ausichtspunkt als Schlafplatz gefunden.



Nun sind wir in Windhoek angelangt und haben in Elisenheim eine schöne Campside gefunden. Am Dienstag habe wir einen Werkstattermin für Ölwechsel und Abschmieren. Außerdem sind neue Heckreifen notwendig. Die zu Hause neu aufgezogenen Goodrich MUD mit neuem Profil sind nach 20.000 km am Ende. Ich hoffe, das ich noch das alte Profil bekomme, mit denen fahre ich sicher die doppelte KM-Entfernung. Die Reifenhändler hier vor Ort haben die gleichen schlechten Erfahrungen mit den neuen MUD. Die alten Profile werden leider nicht mehr hergestellt! Sind in Deutschland auch nicht mehr zu erhalten.

So.30.01. Wir sind jetzt in Windhoek und haben dort Traudl und Udo mit Hund Ifa getroffen und gute Tips erhalten- Danke!

Die.01.02. Heute war das Auto bei Fa. Ezold in Windhoek in der Werkstatt. (Sehr sorgfältige Werkstatt, ist für HZJ zu empfehlen!) Ölwechsel und alle Nippel abschmieren. Dabei haben wir festgestellt, daß alle Radlager nachgestellt werden mussten. Das kommt von den vielen Offroadstrecken. Reifen müssen wir noch suchen, die Größe 255/85 R16 gibt es hier nicht. Während der Wartezeit haben wir einen Bummel durch die Stadt gemacht und im alten Bahnhof das Eisenbahn- Museum besichtigt. Schönes Museum und viele Fotos und Informationen aus der Zeit bis 1914- Deutsch Südwest!
Sa. 12.02. Die Weiterfahrt ging von Windhoek nach Rehoboth und über Solitaire nach Sesriem. Wir buchten eine Übernachtung auf der Campsite in Sesriem, damit hatten wir statt einem Tagesticket ein 24 Std.-Ticket für Sossusvlei. Wir kamen Mittag nach 20 km an eine Furt, an der sich beiderseits bereits etliche Auto stauten. Der Wasserstand des Tsauchab Rivers war innerhalb kurzer Zeit um 1 Meter gestiegen, dadurch war eine Durchfahrt nicht mehr möglich.
Die Gewitterregen waren am Vorabend in den Bergen sehr heftig. Nach einer Wartezeit von 2 Std. war die Durchfahrt dann möglich.



Wir fuhren bis Sossusvlei und wanderten über die Dünen bis in das Deadvlei. Das Fotomotiv in den roten Dünen! Ein ausgetrockneter See mit verdorrten Bäumen. Wir beschlossen am nächsten Tag zum Sonnenaufgang nochmals hier her zu kommen! So standen wir bereits um 5:15 Uhr am Parkeingang und erlebten einen wunderschönen Sonnenaufgang in den roten Riesendünen im Deadvlei.

dsc08987



Frühstück gab es dann am 4x4- Parkplatz, in Sossusvlei 5km weiter in den Dünen, die nur mit Allradfahrzeugen zu erreichen sind. Kaum hatten wir unseren Kaffee eingeschänkt, kamen die Ranger und forderten uns zum sofortigen verlassen der Dünen auf, da das Wasser käme! Wir verstanden erst bei der Ausfahrt nach Sossusvlei, was das zu bedeuten hatte. Nach 3 km kam uns Wasser auf der Piste entgegen.



Über die Dünen erreichten wir dann den Parkplatz bei Sossusvlei. Durch das viele Wasser hatte sich ein großer See gebildet, der jetzt übergelaufen ist und das Sossusvlei mit Wasser füllt. Das passiert alle Jahre wieder, wenn die Regenzeit wie in diese Saison heftiger ist, als normal. Das Sossusvlei ist dann für einige Monate nicht mehr befahrbar. Wir hatten demnach Glück, das wir einen der schönsten Plätze Namibias noch besuchen konnten.
Von Sesriem ging es dann entlang der Tirasberge nach Lüderitz. Ein altes von Deutschen gegründete Städtchen an der Skeleton Cost. Nach einer ausgiebigen Rundfahrt über die Halbinsel besuchten wir noch die Geisterstadt Kolmanskop. Eine Diamantenstadt aus der Gründerzeit, die in den 30iger Jahren aufgelassen wurde.
Anschließend wollten wir den Fishriver Canyon besuchen. Da durch den hohen Wassestand des Orange River die Fähre zum Richterfeld NP geschlossen wurde, machten wir einen Umweg über Ai-Ais. Da es dort ca. 40 Grad heiß war, traten wir die Flucht nach vorne an, um so schnell wie möglich wieder an die kühlere Atlantikküste zu kommen. Wir fuhren in Noordeewer über die Grenze nach Südafrika bis nach Springbok.
Durch das durch die Blumenwiesen berühmte Namakwa Land ( Im Süd- Frühjahr: August/ September) ging es weiter bis Port Nolloth und dann offroad immer entlang der Küste des neuen NP bis Vredenburg, wo wir uns jetzt am Strand von Langebaan für ein paar Tage Rast gönnen!




Was meinst Du, hat der uns gesehen?-- Ich schaue mal -- !

Wir haben jetzt noch 100 km bis Kapstadt, dem geplanten Endpunkt unserer Transafrikatour!
Eines haben wir bereits jetzt beschlossen: das Auto bringen wir bis Ende März zurück nach Windhoek, wo wir es einstellen werden. Wir werden im August zurückkehren, um nochmal eine große Runde durch Namibia und Botswana zum machen, bevor wir es nach Deutschland zurück transportieren. Der Afrikavirus hat auch uns angesteckt!
Jetzt werden wir noch ausgiebig den Süden Südafrikas erkunden.

So. 13.02. Wir haben heute Kapstadt in Südafrika erreicht! Das war das Ziel unserer Reise, die bis heute genau 4Monate und 1 Tag gedauert hat. Experten schwärmen von der Welt schönsten Stadt. Das was wir heute gesehen haben, war schon sehr beeindruckend. Der Tafelberg ohne Nebel, bei ca. 25 Grad und wolkenlosem Himmel! Wunderschön war auch noch die Fahrt bis zum Kap der Guten Hoffnung hoch über der Küste. Wir sind heute auf dem Miller`s Point Camp an der Seaforth Beach gelandet und haben uns zur Feier des Tages ein Prowns Curry genehmigt. Wir sind schon zufrieden, wenn man nach 4 Monaten und 1 Tag und rund 25.000 gefahrenen km gesund hier ankommt. Das Auto ist super gelaufen, trotz aller zum Teil schon heftigen Offroadstrecken, die ich ihm abgefordert habe und kleine Schrammen lassen sich leicht reparieren. Und einen Dünnpfiff kann man zu Hause auch bekommen.
Wir sind trotz der langen Strecke noch top fit und haben noch einiges vor uns, wir wollen noch nicht nach Hause!
Wir bedanken uns bei allen interessierten Leser unserer Zeilen und können jeden nur ermuntern, selbst solch eine Reise zu planen und durchzuführen!

Ihr werdet weiter von uns hören und Fotos kommen noch nach!
Mo. 14.02. Noch ein Nachtrag zum gestrigen Tag: Vor unserer Abfahrt von Langenbaan nach Kapstadt wollte ich noch die Vorder- gegen die Hinterreifen tauschen. Den neuen, extra für diese Reise gekauften hydr. Wagenheber habe ich einmal in Äthiopien benötigt. Gestern hat er seinen Dienst versagt. Er ließ sich nicht mehr hoch pumpen. Na wunderschön, wenn ich denke, das ich ihn irgendwo in der Pampa benötig hätte und keinen Reifen mehr wechseln hätte können. Hallo Freunde bei der Tourfactory, das ist keine gute Werbung für von Euch verkaufte " Qualität"!
Und noch eine Storry zum gestrigen Tag: Am Parkplatz am Kap stand vor mir ein BMW- Motorrad mit M-Kennzeichen. Das wäre ja nicht verwunderlich, denn es gibt doch einige, die ihr Motorrad hier her fahren. Es war aber eine ziemlich brandnaue S1000 RR mit 200 PS! und keine Enduro. Da kam der Fahrer an und erklärte mir, das dieses Motorrad mit einigen anderen von BMW im Container nach Kapstadt gebracht wurde. Es gibt nämlich heute hier die Pressevorstellung der neuen K 6 Zylinder. Die Motorrad- Fachpresse der Welt ist dazu heute in Kapstadt versammelt.
Während ich mich mit dem BMW- Werksfahrer unterhielt, wir standen 2 Meter vor meinem Auto an seinem Motorrad und ich wollte gerade die BMW fotografieren, kam ein ausgewachsener Affe an meine Autotüre und war im Inneren durch mein offenes Fenster verschwunden. Ich konnte ihn gerade noch fotografieren, wie er in mein Auto sprang. Hatte vergessen, daß das Fenster auf der Fahrerseite offen war. Er wühlte auf der Beifahrerseite in der Plastiktüte und ergattert 2 Päckchen Erdnüsse, die wir darin hatten. Ich riß die Fahrertüre auf, konnte aber nicht ins Auto, da dieses Mistvieh zähnefletschend im Auto rum tobte, da er nicht raus konnte, weil ich vor der offen Fahrertüre stand. Der Zündschlüssel steckte ja im Zündschloß und ich konnte daher keine weitere Türe öffnen, da ich Respekt vor seinem Gebiss hatte. Ich rannte auf die Beifahrerseite und klopfte mit der flachen Hand auf die Scheibe, bis dieser Affe mit meinen Erdnüssen aus dem Auto sprang. Na ja, kein weiterer Schaden war entstanden. Man sagt mir ja nach, das ich ein planvoller und vorsichtiger Mensch sei, aber die neue BMW machte mich unvorsichtig! Jetzt haben meine Motorradfreunde in Ellbach was zum Lachen!
Nachträglich fiel mir ja noch ein, das ja gestern der 13. war!

Nachtrag von Heute: Nahe unseres Camps ist eine Pinguinkolonie zu besichtigen, da gab es Hunderte der possierlichen Tiere. Anschließend sind wir nach Kapstadt gefahren und haben einen neuen Wagenheber gekauft. In einer Werkstatt haben wir noch ein ausgeschlagenes Lenkkopflager festgestellt. Werden morgen zu Toyota fahren, um zu sehen, ob man das nachstellen kann.

Do. 17.02. Nach 4 wunderbaren Tagen in Kapstadt sind wir heute weiter gefahren. Am Tafelberg hatten wir traumhaft schöne Sicht auf die Stadt und die Halbinsel.

Da das Wetter auch hier anders sein kann, erlebten wir seit gestern. Sturm von Süden und Wolken über dem Tafelberg.

Die Spurstange wurde neu eingestellt, aber neue Reifen haben wir nicht bekommen. Die fast abgefahrenen haben wir jetzt vorn montiert. Die werden sicher noch die nächsten 5 T. km zurück bis Windhoek halten. Wir sind von Kapstadt über die Weinorte Stellenbosch und Franschhoek wieder zurück an die Küste zur Walker Bay gefahren. Das Wetter ist nach wie vor stürmisch.

ACHTUNG: an Alle, die nach Namibia / Südafrika fahren- Reifen in der Größe 255/85 R 16 sind weder in Namibia noch in Südafrika zu bekommen!


Sa.19.02. Nach dem Besuch des Bontebok NP fuhren wir auf schöner Bergstrecke über 2 Pässe von Swellendam bis Oudtshoorn.

dsc09484

Fr. 18.02.Wir waren heute am Cape Agulhas, am südlichsten Punkt von Afrika! Das haben wir zur Feier des Tages mit einer Flasche Schampus begossen. Dann ging es nordwärts bis Swellendam.

Mi. 23.02.Nach 2 wunderbaren Tagen in den Groot Swartbergen sind wir östlich. durch die Baviankloof Wilderness Area über Port Elizabeth nach Addo in den Addo Elephant NP gefahren.
Jetzt der Reihe nach: Von Oudtshoorn gings es nach Norden zu den Cango Caves. Diese Tropfsteinhöhlen sind absolut sehenswert! Weiter über den Swartbergpass nach Prince Albert und wieder zurück nach Oudtshoorn. Eine Rundfahrt durch die Berge, die Alpencharakter haben. Die Paßstrasse über den Swartberg ist vergleichbar mit den Grenzkammstrassen in Frankreich. Die Fahrt durch die Baviankloof Wilderness Area war SPITZE, richtig für den Toyo geeignet! Auf ca. 100 km vollkommen einsamen Schotterpisten, fast nur einspurig befahrbar, durch Schluchten, über steile Pässe mit atemberaubenden Tiefblicken. Die Strecke forderte volle Konzentration, da keine Abschnitte abgesichert waren und die Pisten wirklich abenteuerlich in die Berghänge angelegt wurden.
Der Addo Elephant NP war dagegen etwas enttäuschen. Die Straßen durch den Nationalpark teilweise asphaltiert und wenige Tiere zu sehen. Kein Vergleich mit den Parks, die wir in den anderen Ländern Afrikas gesehen haben.
Was wir bis jetzt von Südafrika gesehen haben, sind schöne Landschaften, viel Farmland, aber hier kommt kein Afrikafeeling mehr auf. Wir werden uns daher langsam wieder in Richtung Kalahari und Namibia orientieren!
Sa. 26.02. Von Addo sind wir nördlich über den Suurberg Paß zum Darlington Dam auf teilweise sehr rustikalen Gravelroads durch eine schöne Berglandschaft gefahren. Auf dem Weg besuchten wir noch Ann`s Villa, ein Farmhaus von 1866 das jetzt als Museum erhalten ist. Durch Steppenlandschaften mit vielen Kakteen sind wir jetzt im Camdeboo NP angelangt. Eine Landschaft die dem Monument Valley in den USA ähnelt. Wir erhielten die Genehmigung der NP- Verwaltung auf 4x4 Pisten bis hoch in die Berge zu fahren. Einsame beeindruckende Landschaft mit den seltenen Bergzebras, Kudu- und Springbokherden. Schon hat sich bei uns das Afrikafeeling wieder eingestellt!
Das Wetter ist traumhaft schön- trockene Spätsommerluft mit vielen Kumuluswolken.

 

Die. 1.03.Von Graaff- Reinet fuhren wir nördlich auf der Owl-Route teilweise auf Gravelroads durch die wunderbare Berglandschaft des südafrikanischen "Monument Valley" über den Kompasspass zum Gariep Damm an Orange. Ein Naturreservat am Stausee des Orange. Nach einem Abendgewitter gab es einen farblich wunderschönen Sonnenuntergang.



Wir fuhren dann aber weiter, da es durch den Hochwasserstand des Orange viele Fliegen gab. Durch die Diamantenorte Koffiefontein und Jacobsdal sind wir in Kimberley angekommen. Auf der Strecke durch sehr weitläufiges Farmland ist aufgefallen, das viele Farmen verlassen sind. Einheimische Weiße erzählen uns, das hier die Farmer versuchen das Land zu verkaufen! Es hat hier schon etliche Morde an weißen Farmern gegeben. Droht hier jetzt eine ähnliche Entwicklung wie in Simbabwe?
Stattliche Stellen werden nur mehr von Schwarzen besetzt. Die Weißen werden zunehmend arbeitslos. Immobilien sind nicht mehr viel Wert. Die Weißen versuchen ihre Besitzungen zu verkaufen.
In Kimberley haben wir das größte von Menschen gegrabene Loch der Erde besichtigt: das "Big Hole", der ehemaligen Diamantenmine von Kimberley, die 1914 aufgelassen wurde- heute ein beeindruckendes Monument des frühen Diamantenrausches. Das Loch war 1914 bis zu 1000 m tief, hat sich jetzt aber mit Grundwasser aufgefüllt.





Mi. 2.03.Wir übernachteten am Caravanpark nur 2 min zu Fuß neben dem Great Hole. Wir wollten anschließend zu Fuß in die Innenstadt. Überraschend für uns war, das die Campmanagerin ( eine Farbige) uns dringend davor abgeraten hat, es sei nicht sicher genug! Wir sollten lieber mit dem Auto fahren.
Anschließen sind wir westwärts Richtung Upington am Orange River gefahren. Die Landschaft hat sich in ein weitläufige Savanne geändert. Hier beginnt die Kalahari. Der Orange hat zur Zeit Hochwasser und ist eine braune Brühe. Die Regenzeit ist dieses Jahr viel stärker als in den vergangenen Jahren. Übernachtet haben wir in einer Weinfarm. Die Weinfarmer sind darüber nicht sehr glücklich, da sie jetzt mit der Weinlese beginnen und der Regen tut den reifen Trauben nicht gut. Den Wein haben wir noch nicht gekostet, die Trauben sind aber sehr süß.

Do. 3.03.Von Upington fuhren wir in den Augrabies NP, um die Wasserfälle des Orange River zu sehen. Gewaltige Wassermassen stürzen zur Zeit in einen Schlucht. der höchste Wasserstand war Mitte Januar. Da war er noch 6 m höher und hat ziemliche Überschwemmungen verursacht. Viele Weinbauern haben großen Schaden erlitten, da die Weinfelder nahe der Ufer angelegt sind.

Wir fuhren zurück nach Upington und nordwärts bis zum Transfontier NP. Haben abends mal einen kurzen Abstecher in den Park gefahren. Wir konnten 2 Nächte im Park vorbuchen. Schau ma mal, was wir drinnen für Tiere vorfinden. Wir hoffen zumindest die schwarzmähnigen Kalaharilöwen zu finden.



Die. 8.03. Wir buchten 2 Nächte im Main Camp in Twee Rivieren, da in Nosob keine Plätze frei waren. Am Abend hatten wir dann doch Glück und konnten 2 Nächte in Nosob buchen. Früh am Morgen fuhren wir dann in den NP. Wir sahen wirklich große Herden von Oryx- Sprinkbok- und anderen Antilopenherden. Gnus und verschiedene große Vogel waren zu sehen. Weiters Schakale und Giraffen. Von Löwen haben wir nur die Spuren gesehen. Abends vom Nosob Camp fuhren wir vor Gate- Schluß um 19:00 Uhr noch eine kurze Runde in den Park. 5 min bevor wir das Gate erreichten, saß neben der Piste der erhoffte Kalaharilöwe in voller Pracht mit seiner imposanten schwarzen Mähne! Unser Glück war dann vollständig, als wir dann noch ein paar Fotos machen konnten.

Ein paar Fotos aus der Kalahari:

Der König der Kalahari!




Schakal greift Sekretär Vogel an!















Am nächsten Tag fuhren wir bis Union`s End und wieder zurück nach Nosob, da es von Union`s End keinen Grenzübergang nach Namibia gibt. Wir wollten am nächsten Tag über Mata Mata nach Namibia ausreisen.
Der frühe Game Drive bescherte uns dann noch eine Löwenfamilie! Fazit: der Transfrontier NP war absolut Spitze. Bis Mata Mata führen wir durch eine grüne Kalahari, mit unglaublich schönen Grüntönen bis zu silberfarbigen Grashängen auf den sonst roten Sanddünen!



Wir übernachteten im Köcherbaumwald nördlich von Keetmanshoop.



Die letzten 400 km bis Windhoek fuhren wir auf Asphalt.
Das war unsere letzte Etappe: nach fast5 Monate und 30.000 gefahrenen Kilometern, sind wir in Windhoek vorerst am Ende unsere Reise angekommen.
Wie heißt der Spruch: Alles hat ein Ende- nur die Wurst hat 2!
Es wir eine 2. Reise ab August geben.
Wir haben jetzt noch einige Tage Zeit in Windhoek, werden das Auto vom Staub und Sand reinigen, Ölwechsel durchführen und dann den Rückflug buchen.

Mi. 9.03. Wir haben für kommenden Mittwoch den 16.03. unseren Rückflug gebucht: Windhoek- München nonstop mit Air Berlin für € 361.- !!! Hallo Freunde, für diesen günstigen Flugpreis könnt Ihr doch auch mal dieses Land mit seiner fantastischen Natur ansehen?

Do. 17.03. Wir sind wieder zurück in Deutschland. Für eine Nachlese und Fazit dieser Reise folgt in Kürze ein längerer Bericht!
Do. 24.03. Nach einer Woche zu Hause sind die Eindrücke von 5 Monate Trans- Afrika noch lange nicht verarbeitet. Jetzt sind erst mal die vielen Fotos zu bearbeiten, aus zu sortieren und für einen Vortrag zusammen zu stellen. Meine Bekannten sind natürlich schon sehr gespannt auf unseren Erlebnisbericht und wollen auch noch mehr Fotos sehen! Das wird noch einige Zeit dauern! Zumindest konnte ich während der Tour einige in die Homepage stellen. So sah mein Arbeitsplatz aus:




Mi.4.05. Nach einigen Wochen der Wieder- "Eingewöhnung" in das Alltagsleben, jetzt eine Zusammenfassung.
Wir sind in 5 Monaten von Mitte Oktober 2010 bis Mitte März 2011 über 31.000 km von Bad Tölz bis Südafrika gefahren. Auf dieser Strecke hat mein Toyota im Durchschnitt kaum mehr als 16 l Diesel auf 100 km benötigt. Ich hatte eigentlich mit mehr Verbrauch gerechnet, da doch ca. 30% Offroadstrecken und auch viele Pisten und Sandstrecken dabei waren! Bis auf 2 Reifenpannen gab es keine größeren techn. Probleme. Vor dem Start der Reise habe ich 4 neu Reifen montiert. BF Goodrich MUD Terrain. Da ich das alte Profil nicht mehr bekam, habe ich auf der Hinterachse die 2 BF Goodrich mit dem neuen Profil montiert. Die neuen Profile waren aber nach 25 T.km derart abgefahren, dass ich 2 neue Reifen suchte ( das neue Profil ist wesentlich schlechter als das alte und ist auch zu weich und hat keine gute Spurstabilität). Das größte Problem war die Reifengröße von 255/85 R 16. Diese Reifengröße war im Süden von Afrika nirgendwo zu bekommen. Nachdem jetzt auch in Deutschland diese Größe nicht mehr verkauft (hergestellt?) wird, sollte bei einer Planung auf die Größe 265/75 R 16 umgerüstet werden! Ich konnte noch 2 neue Toyos in der alten Abmessung im Internet ergattern. Damit ist die nächste geplante Reise im August 2011 ohne Umrüstung gerettet!
Wie Ihr ja mit verfolgt habt, haben wir das Auto in Windhoek stehen gelassen und planen ab Mitte August eine 2. Südafrikarunde. ( Siehe dazu unsere neue Reiseplanung).
Der Flug mit Air Berlin nonstop von Windhoek nach München für nur € 361.- war unschlagbar billig. Hoffen das wir zu gleichen günstigen Bedingungen wieder im August nach Windhoek fliegen können. Das Auto steht in der Nähe des Flughafens auf einer deutschsprachigen Farm- hoffentlich auch sicher!
Geplant haben wir den Containertransport eines 2. Autos nach Walvis Bay und wollen mit 2 Autos die oben grob geplante Route fahren. Dafür haben wir ca. 3 Monate eingeplant.

Fazit unserer Transafrika- Tour Okt.2010- März 2011:
Reiseroute/Reisezeit:

Da wir von Okt.- Dez. 2009 über den Balkan, Türkei, Syrien, Jordanien, Sinai, durch die Sahara bis Luxor und wieder zurück gefahren sind, wollten wir uns die ersten 5000 km ersparen. Daher planten wir die neue Fähre von Venedig nach Alexandria zu buchen. Wir haben bis Anfang Oktober gearbeitet, dadurch war auch der Startzeitpunkt ab Mitte Oktober vorgegeben. Die Ostroute erschien uns landschaftlich attraktiver und auch politisch sicherer.
Damit war auch diese Entscheidung gefallen, wir fahren lieber die Ostroute als die Westroute.

Visas/Geld:

Wir haben uns zu Hause das Visum für Ägypten besorgt. In Kairo mußten wir erst auf die deutsche/österr. Botschaft, da wir für das Sudanvisum ein Einladungsschreiben der Botschaft benötigten. Das Sudanvisum bekamen wir dann noch am gleichen Tag. Wir holten uns in Kairo dann auch das Äthiopien Visum, das wir am folgenden Tag erhielten. In Assuan kam dann die Überraschung, als wir durchs Internet erfuhren, das Äthiopien zusätzlich zum Carnet de Paassages an der Grenze bei der Einreise ein Garantieschreiben der jeweiligen Landesbotschaft aus Addis Ababa forderten. Es saßen ca. 20 Touristenfahrzeuge im Niemandsland an der Grenze Sudan/Äthiopien fest und hatten dort keinen Internetempfang. Wir haben dieses Schreiben in Karthum per E.mail angefordert. Die deutsche Botschaft in Addis war sehr hilfsbereit und sandte des angeforderte Schreiben innerhalb eines Tages per E.mail! Ein seltener Fall von schnellen und unkonventionell arbeiteten Beamten in Deutschland! Auf diesem Wege nochmal ein herzlichen Dank an die deutsche Botschaft in Addis! In Addis holten wir uns das Keniavisum. In Tansania mußten wir nach Dar Es Salaam, da ich als Österreicher ein Visum für Malawi benötigte, das ich an der Grenze nicht bekommen könne.
Alle weitere Visas gab es an den Grenzen. Wir hatte ausreichen Bargeld in € und USDollars dabei. Hatten aber Probleme Banken zu finden, die das Bargeld in Landeswährung wechselten. An den Grenzen mußten wir öfters am Schwarzmarkt zu einem schlechten Kurs wechseln. Weiter im Süden fanden wir dann zunehmend ATM- Bankomaten und konnten somit mit der Visacard Geld in Landeswährung ziehen. Die Nationalparks in Kenia und Tansania sind unverschämt teuer! Je weiter wir nach Süden kamen, umso billiger sind die Eintrittsgelder in die NP.

Klima:

Wenn man gesamt Afrika von Nord nach Süd durchfährt, passiert man zwangsläufig verschiedene Klimazonen. Ägypten und Sudan waren Ende Okt. und Anfang Nov. noch sehr heiß und es kühlte auch in der Nacht nur geringfügig ab. Äthiopien und Kenia waren durch die Höhenlagen in den Bergen sehr angenehm. In der Masai Mara und in der Serengeti hatten wir die ersten heftigen Tropengewitter.
In Tansania und Malawi war es heiß und durch die hohe Luftfeuchtigkeit auch ziemlich tropisch unangenehm schwül. Dank eingebauter Klimaanlage war das Fahren angenehm. Durch Sambia sind wir wegen der beginnenden Regenzeit schnell durchgefahren. Weihnachten in Lusaka und Sylvester in Botswana gab es auch durch die beginnende Regenzeit viel Wasser vom Himmel. Wir hatten daher die Länder Tansania, Malawi, Sambia und Botswana schneller als geplant durchfahren, um mehr Zeit in Namibia zu haben. Der Norden und Westen von Namibia waren im Jan. und Feb. von den kühlen Atlantikwinden sehr angenehm zu befahren. Feb. und Anfang März waren in Südafrika, speziell nach Kapstadt, entlang der Garden Route und nach Kimberley und zurück durch die Kalahari traumhaft schön! In Windhoek traf uns Mitte März wieder voll die Regenzeit. Deshalb beendeten wir Mitte März in Windhoek unsere Tour, um die Reise im August nach der Regenzeit und nach dem Südwinter wieder fort zu setzen.

Ünterkünfte auf der Strecke:

Bis auf wenige Ausnahmen haben wir immer in unserem ausgebauten Toyota geschlafen. Durch das Klappdach konnten wir auch oben schlafen, wenn die Nächte sehr heiß waren. Auf der Strecke sind wir, wenn es möglich war im Gelände "verschwunden". In den Nationalparks war das Campen nur in den Parkcamps möglich. Auf der Strecke gab es oft Campmöglichkeiten bei Farmen. Diese Information haben wir uns aus dem Internet aus Reiseberichten geholt. Da hat sich eine sorgfältige Planung ausgezahlt. Je weiter man nach Süden kommt, um so mehr gut organisierte Campingplätze sind zu finden. In Namibia und speziell in Südafrika sind sie auch in der Nacht bewacht. Nur einmal im Sudan sind wir unsanft von unsere "wilden" Schlafstelle von der Polizei vertrieben worden. Sie wollte nicht das wir im freien Gelände übernachten. Bauarbeiter hatten beobachtet, das wir in einem Kanalbaugelände verschwunden sind und haben die Polizei informiert.
Navigation:

Wir haben uns mit Hilfe von Reiseberichten, Reiseliteratur Reise-Know-How und die Karten der durchfahrenden Länder gut vorbereitet. Da wir nach Möglichkeit auch Offroad Strecken fahren wollten, war ein GPS Pflicht. Wir navigierten mit einem Panasonic CF-19 Toughbook- Notebook mit eingebautem GPS- Empfänger. Das hatte den Vorteil das der Monitor schwenkbar ist und wir es direkt am Amaturenbrett montieren konnten.



Das GPSmap 60CSx war nur montiert, um auf der Strecke schnell GPS- Punkte eingeben zu können. Auf dem Notebook habe ich die Garmin SW mit MapSource, damit haben wir zu Hause die Strecken vorgeplant und WorldMap installiert. Weiters Tracks4Africa, die sehr genau war, je weiter wir nach Süden kamen. Sogar die meisten Offroadstrecken und abgelegensten Pisten waren im T4A, auch in den NP! Navigiert haben wir mit dem Notebook, da wir Garmin N-Route SW installiert haben. Somit konnten wir den Laptop direkt als MovingMap in Echtzeit verwenden. N-Route zeichnet auch alle gefahrenen Strecken auf. Auf die Touratech SW haben wir verzichtet, die ist uns zu kompliziert! Internet- Verbindung war nur an wenigen Camps frei zugänglich. Wir besuchten daher öfters Intenet Cafes oder kauften uns USB- Sticks für den Internetzugang. War leider nicht sehr billig, da es kein Universal Modem gab und wir für jeden Provider ein Modem mit kaufen mußten.
Sicherheit/Kriminalität:

Wir waren zwangsläufig sehr vorsichtig, wenn wir Übernachtungsplätze suchten. Bis auf den einen Fall mit der Polizei im Sudan fanden wir immer Plätze im Gelände, wo wir ungestört Schlafen konnten. In Äthiopien war es sehr lästig, da wir ständig bei jedem Stop sofort von Leuten und Kindern umlagert wurden. Wir wurden ständig angebettelt. Wir suchten uns daher öfters Übernachtungsplätze in Hotelhöfen. Beim Einkaufen hatten wir immer das Auto im Auge oder es blieb einer im Auto sitzen. Vor den Supermärkten gerade weiter im Süden gibt es meist Parkwächter, die für einen kleinen Obolus das Auto bewachten. Mit unserer langjährigen Reiserfahrung bekommt man zwangsläufig das Feeling, wo es unsicher sein könnte. Toi-toi-toi, bis auf einen Taschendiebstahl 2009 im Basar in Istanbul blieben wir bis jetzt ungeschoren! Auf 2 Strecken mussten wir in einem von der Polizei organisierten Konvoi fahren: Assuan- Abu Simbel und zurück, sowie in Kenia ab Isiolo. Nach wenigen Kilometer hat sich der Konvoi wegen den unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten wieder aufgelöst.
Notfallplanung:
Wir haben uns ausreichend mit Medikamente versorgt. Malariaprofilaxe gemacht und hatten einen Keramik- Wasserfilter dabei, aber nicht benötigt. Wir haben Mikropurpulver in unsere beiden 50 l Tanks gegeben und sind nicht krank geworden! Nach ein paar Tagen schmeckte es nicht mehr besonders- aber Bier gab es ja überall! Für einen eventuellen Notfall hatten wir ein SAT-Telefon dabei.

Hallo Afrika- wir kommen im August 2011 wieder!



Hier finden Sie alle Bilder der Reise

Reise 2009-2 Naher Osten / Ägypten ( in Arbeit )

Die Reise starteten wir Mitte Oktober 2009 auf dem Landweg über Österreich, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Türkei, Syrien, Jordanien nach Ägypten und auf dem Landweg wieder zurück.
Nachdem wir fleißig an dem Ausbau unseres Toyos gearbeitet und unsere Hüttenwirt - Saison 2009 auf dem Zugspitzplatt hinter uns gebracht hatte, starteten wir Mitte Oktober zu unsere Vorderen Orient- und Nordafrikatour.
Wir haben lange überlegt, welchen Weg wir Richtung Türkei/ Syrien wählen sollten.
Der Weg über Italien mit Übersetzen nach Griechenland und weiter über die Türkei erschien uns zu langwierig. Wir wählten daher die vermutlich schnellste Route über den Balkan.
Von früheren Reisen in den 70iger- und 80iger Jahren über den berüchtigten Autoput durch das frühere Jugoslawien kannten wir ja diese Route mit vielen schlechten Erinnerungen. Da hat sich aber in der Zwischenzeit einiges verbessert.



So starteten wir in Bad Tölz Richtung Österreich/ Ungarn. Auf der Westautobahn bis Wien, über Budapest bis nach Szeged ging es flott voran. Nach der serbischen Grenze schlugen wir uns für die ersten Nacht gleich in die Büsche naher der gut ausgebauten Strecke Richtung Belgrad. Die Weiterfahrt über Belgrad und Nicè bis bulgarischen Grenze lief gut mit wenig Verkehr und gut ausgebauten Straßen und Autobahnen.
Auf der bulgarischen Kurvenstrecke nach der Grenze ließ ich den Toyota richtig zügig laufen und übersah prompt eine Radarkontrolle.
Die Polizei war aber touristisch- freundlich gestimmt, dank neuer EU- Mitgliedschaft und ermahnte mich nur mit dem Kommentar: "Don`t drive like Mikel Schuhmacher!"
Über Sofia ging es dann etwas eingebremster bis nahe Plovdiv, wo wir in einer Rohbau- Fabrikhalle sogar einen überdachten Stellplatz für die 2. Nacht fanden.
Der 3. Fahrtag brachte uns über Edirne nach Istanbul. Das Wetter war schön, sodaß wir beschlossen 2 Tage in Istanbul zu bleiben.
Es dauerte einige Zeit bis ich den bewachten Parkplatz hinter der Blauen Moschee wieder fand fand, wo wir 2 Nächte blieben. Von diesem Stellplatz waren wir in 5 Minuten zu Fuß im Zentrum! Sorglos hatten wir abends die Fahrzeugtüren längere Zeit offen. Ergebnis war, das uns in der 1. Nacht etliche Mücken zugesetzt hatten.
Ein unerfreuliches Ereignis stellte sich am 2. Tag nach einem Besuch der Galattabrücke ein. Nachdem wir dort Fischessen waren, gingen wir durch eine überfülle Unterführung Richtung Großen Basar. Anschließend vermisste ich meinen Gelbeutel, den mir einer im Gedränge unter der Brücke aus der Hosentasche der Jeans gezogen haben muß. Schaden ca. € 150.-.
Naja- wir sind im Orient! Ab sofort besser aufpassen!
Weiter gings bis Göreme in Anatolien.
Ich kannte vor Göreme einen schönen wilden Campplatz in einem Weianbaugebiet oberhalb Göreme mit schönen Blick auf die wilde zerklüftete Vulkan- Sandsteinlandschaft, die so typisch für Göreme ist.
Früh morgens vor Sonnenaufgang hörten wir entferntes Fauchen, welches wir nicht zuordnen konnten.
Nachdem ich aus den Federn kroch, sah ich die Urheber. Es war ein Heißluftballon, der sich gerade in nur ein paar Meter über uns Richtung Canyon bewegte.
Wir begrüßten uns mit Handwinken, es waren einige Touristen in der Gondel. Ich wollte mich gerade wieder in das Auto verkriechen, als sich der nächste Ballon auf uns zu bewegte.
Ich weckte Maria, die um 6:00 Uhr morgens noch kaum ansprechbar ist. Ihre Vorfahren müssen Murmeltiere gewesen sein, die Mitte Oktober bereits mit dem Winterschlaf beginnen!
Dann begann ein spektakuläres Erlebnis, das wir in dieser Form noch nicht gesehen habe.
Es kam ein Ballon nach dem anderen über die nahe Kante hoch- der Startplatz lag nur einige Hundert Meter von unserem Schlafplatz entfernt auf einem Sportplatz.
Im Laufe einer Stunden fuhren um die 30 Bollons über uns hinweg.
Spektakulär war aber dann deren Abstieg gleich hinter uns in den nahen Canyon. Sie ließen sich durch Luftablassen in das Tal gleiten, wo sie der Talwind um 90 Grad versetzt entang des Tales nach Osten bließ. Die Bollongondeln hatten teilweise nur ein paar Meter Abstand zu den Sandsteintürmen die in diesem Tal wie Pilze stehen.
Diese Art von Ballonfahren so nahe an Hindernissen wäre bei uns undenkbar!




Nach Besichtigung der berühmten frühchristlichen Höhlenkirchen mit den schönen Fresken aus dem 9. JH. und einer unterirdischen Höhlenstadt ging es dann weiter nach Süden Richtung Syrien. Die Grenze erreicht wir am späten Nachmittag.
Die Einreise mit Bezahlung der Versicherung, Dieselsteuer und Abstempeln des Carnet dauerte dann ca. 1 Stunden. Ein "hilfsbereiter" Beamter wollten dann auch danach ein saftiges Backschisch! Also in Zukunft Vorsicht vor solchen "hilfsbereiten" Leuten an den Grenzen.
Abends nach Eintritt der Dunkelheit erreichten wir im Norden das Simeonskloster. Die Ruinen einer großen frühchristliche Klosteranlage aus dem 4.JH n.Ch., die eine Besichtigung wert sind.
Am folgenden Tag war Aleppo im Programm. Eine große Stadt mit dem größten alten syrischen Basar und der sehr beeindruckenden Zitadelle im Zentrum der Stadt.
Nördlich gleich am Graben der Zitadelle fanden wir ein Restaurant, wo wir ausgezeichnet gegessen haben. Syrien und das weiß ich von meiner Arbeitszeit, weil ich 2 mal in Syrien beruflich unterwegs war, kann man ausgezeichnet gut essen!
Weiter ging es entlag des Euphrat nach Rusaffa, Reste eine große antike Stadtanlage.
Von dort fuhren wir dann ca. 100km Offroud nur mit Hilfe von GPS- Punkten durch die syrische Wüsten zu dem großartigen antiken Wüstenschlosss ...........



Die Fahrt durch die Wüste war spannend, da ich mich das erste mal nur nach GPS- Punkten orientierte, die ich mir aus einer Tourenbeschreibung aus dem Internet runter geladen habe. Ich fand mich aber problemlos damit zurecht.
Am Abend erreichten wir Palmyra, das touristische Highlight in Syrien.
Wir campten direkt südlich an der Tempelmauer des gewaltigen römischen Baltempels in einem kleinen Garten. Da uns von Norden Schlechtwetter einholte, beendeten wir die Besichtigungstour in und um Palmyra und fuhren am folgenden Tag bis Damaskus.
Da ich die Koordinaten des Campingplatzes nicht hatte, fanden wir einen ruhigen Platz auf einem Feld hinter einer kleinen Ziegelei auf dem halben Weg zum Airport.
Wir blieben 2 Tage in Damaskus, wo ich einen Freund in der Altstadt besuchte und bei dem wir schöne alte Orienteppiche einkauften. Ein Geheimtipp- den ich bei meinem Berufsaufenthalt vor 10 Jahren in Damaskus kennen gelernt habe.
Abends fuhren wir dann auf die Höhenstrasse, von wo man einen grandiosen Blick auf die riesige beleutete Stadt hat. Ich liebe Damaskus, für mich die schönsten und interessanteste Stadt auf der Welt! Die Altstadt und der Basar gehört nicht ohne Grund zum UNESCO- Weltkulturerbe. Ein Restaurantbesuch in einem der ausgebauten alten Herrschaftshäuser aus der Moghulzeit ist ein unvergessliches Erlebnis.



Wir verlassen Damaskus auf der Autobahn nach Süden, um an der jordanischen Grenze das besterhaltenste römische Amphietheater in Basra zu besuchen.
Der Grenzübetritt nach Jordanien war schnell erledigt. Wir wollten im Nordwesten eine alte Römerstadt besuchen, aber das uns wieder einholende Schlechtwetter vom Norden vetrieb uns. So passierten wir auf der Durchfahrt Amman, die keinen besonders einladenden Eindruck auf uns machte.
Wir fuhren zum Toten Meer, um uns dort ein Bad im Salzwasser zu gönnen. Das Wasser ist so salzhaltig, das man nicht untergehen kann. Das war dann auch so, aber es bließ ein heftiger Sturm, der das Salzwsser aufpeitscht. Ich bekam einige Spritzer in die Augen und glaubt sofort zu erblinden, da diese Brühe scharf wie eine Säure in den Augen brannte.
Auf der Weitefahrt machten wir noch einen abendlichen Abstecher ins Wadi Mujib, den uns der Ranger des dortigen Nationalparks ermöglichte.
Entlang des King- Highways fuhren wir dann bis Petra. Ein sehenswerter Ort, der aber derartig von Touristen überlaufen ist, das wir uns auf den nächsten Stop, den Besuch des Wadi Rum im Süden freuten. Sie soll zu den schönsten Wüstenlandschaften der Welt gehören.
Wir erreichten den Haupteingang, wo man für die Einfahr mit dem eigenen Fahrzeug ein Ticket lösen muß.
Wir wurden darauf hingewiesen, das campieren nur in den Beduinencamps gestattet sein.
Da wir ohne Führer fahren wollten, sprachen wir einen Beduinen an, der uns mit zu seinem Touristencamp nahm. Ein Fahrt durch die Wüste zu einer Düne, von wo man den Sonnenuntergang ansehen konnte, gestattete uns gleich einwenig uns in der Wüste zu orientieren. Es folgte ein gemütlicher Abend im Beduinencamp mit Grill und Beduinemusik life.



Nach 2 tägiger Rundfahrt bis nahe der saudisch- arabischen Grenze wollte wir diese phantastischen Wüstenlandschaft nach Süden direkt nach Aquaba verlassen. Dafür haben wir uns GPS- Punkte besorgt, um die Ausfahrt durch die Berg- und Sandwüste nach dem Golf von Aquba zu finden. Auf diesem Weg hielt uns ein Rangerfahrzeug der NP- Verwaltung auf, kontrollierte unsere Tickets und ließ uns nur weiterfahren, da wir Ihnen überzeugend unser GPS und die notwendigen Wegepunkte für die Ausfahrt nach Süden zeigen konnten.



Bevor wir wieder auf die Autobahn Richtung Aquaba stießen, passierten wir noch einen Militärposten, der uns nach Kontrolle unserer Pässe passieren ließ.
Wir kamen gerade rechtzeitig noch zur Abfahrt der Schnellfähre nach Nuweiba auf Sinai.
Nach einer 4- stündigen Fahrt erreichten wir dann dann die ägyptische Küste bei Nuweiba.
Mir mußten dann noch eine volle Stunde auf dem Schiff ausharren, bevor wir von Bord dürften. Die ägyptischen Hafenbehörden hatten wohl gerade ihre Dinnertime!
Die anschließenden Zollprozeduren mit Unterflurkontrolle des Fahrzeuges, Versicherung, Geldwechsel und Montage des notwendigen ägyptischen Kennzeichen dauerte weiter 3 Stunden! In der Zwischenzeit war es fast 23:00 Uhr als uns der Zoll aus dem Hafenbereich ausfahren ließ.
Unweit des Hafens sahen wir die Lichter des großes Hilten- Hotels. Direkt neben dem Hotel fanden wir im Dunklen die Fahrt an die Beach und konnte so in Sichtweite des beleuchteten Hotels hinter einer Palmenhütte direkt am Strand einen ruhigen Schlafplatz finden.
Wir fuhren dann teilweise nahe der Küste bis Dahab, um dort für ein paar Tage am Strand zu erholen. In Dahab herrscht noch voller Touristerummel. Wir bummelten entlang der beleuchteten Strandpromenade und suchten uns ein schönes gemütliches Fischrestuarant direkt am Meer.
Ein paar Kilometer südlich auf einer kleine Halbinsel fanden wir direkt am Strand ein kleines einsames Restaurant eines Beduienen, der uns direkt am Strand bei seiner Palmenhütte campen ließ.
Da hatten wir gleich einen direkten Einstieg zum Schnorcheln ins vorgelagernte Korallenriff. Das war schon ein besonderes Erlebnis nur knapp unter der Wasseroberfläche die bunte Korallen und Fische zu erleben. Wir hatten hier einen besonders schönen Platz abseits vom Touristenrummel von Daha gefunden.



Von dort ging es dann auf guter Straße ins Innere vom Sinai zum berühmten Katharinen Kloster am Berg Moses. Leider konnten wir nicht ins Kloster, es ist nur vormittags offen.
Bei der Rückfahrt nahe des Klosters sahen wir ein Schild: Wadi Nasb. Auf der guten Know- How- Karte vom Sinai sahen wir, das es sich um einen Karawanenweg in West- Ostrichtung zurück zur Küste nach Dahab handeln müßte.
Wir versuchten auf gut Glück diese Offroadstrecke und kamen immer weiter ins voolkommen menschenleere Landesinnere. Nach den Pistenspuren wird diese Strecke sicher nur von wenigen Beduinen oder Militärs befahren. Die Täler wurden immer enger und die Pässe waren immer wilder zu befahren. Es gab an den engsten Stellen noch vereinzelt kleine Palmenoasen eingeschlossen zwischen hohen Felswänden. Eine sehr beeindruckende farbige aber kahle Landschaft. Mehrmals glaubten wir am Ende der Täler angelangt zu sein.



Da wir aber immer noch Fahrspuren vor uns sahen, die durch enge Schluchte führten, wagten wir uns weiter. Nach zahllosen engen Felspassagen öffneten sich immer wieder die Täler, sodaß wir immer näher Richtung Dahab kamen. An einer Gabelung war dann Ende der Piste, versperrt durch den Schranken eines Militärpostens.
Die erstaunten Gesichter der Soldaten über unser Erscheinen, signalisierte uns, das sich hier her wohl noch kaum ein Touristefahrzeug verirrt hat. Nach der Frage nach dem "Permit" für die Weiterfahrt, war uns schnell klar, das wir ohne Genehmigung hier unterwegs waren.
Nach mehreren Funksprüchen zu den vermutlichen Vorgesetzten deutete man uns an, daß wir keine Durchfahrtgenehmigung erhalten werden. Die Soldaten konnte kaum Englisch und wir verstanden "natürlich" kein Englisch und wiederholten mehrmals, das wir nach Nuweib zum Ferryboat müßten. Nachdem die Soldaten keine Zigaretten mehr hatten und ihr Nachschub scheinbar schon überfällig war, wurde die Stimmung sofort um vieles freundlicher, als wir für solche "Fälle" Zigaretten aus dem Handschuhfach zogen. Nachdem wir dann noch zum Tee eingeladen wurden, war klar, das wir unsere Fahrt fortsetzen konnten! Der Schranken ging auf und wir konnten unser Grinsen kaum verbergen. Nach einer weiteren Stunde waren wir dann wieder in Dahab an unserem Campplatz am Strand und hatten eine tolle Offroudstrecke quer durch denSinai hinter uns und das noch dazu ohne Permit, das wir vermutlich alleine nie bekommen hätten!
Die Weiterfahr ging von Dahab nach Süden und zurück an die Küste in das Seeadler- Schutzgebiet und den am weitesten nördlich liegenden Mangrovenwäldern.
Anschließen passierten wir durch einen schmalen Schutzkorridor Mienenfelder an der Küste nach Sham El Sheich, die noch aus dem Israelkrieg stammen.
Nachdem wir den Suezlkanal erreichten, konnten wir diesen durch einen Tunnel unter dem Kanal passieren.
Ist schon ein komisches Geführ, wenn oben darüber Hochseeschiffe über dem Tunnel durch den Suezkanal fahren. Im Tageswechsel fahren die Schiffe an einem Tag nordwärts und am nächsten Tag südwärts durch die engste Stelle des Kanals.
Beiderseits ist viel Militär stationiert, um Anschläge auf Schiffe zu verhinden. Eine Anschlag mit Untergang eines Schiffes würde nicht nur für Ägypten verheerende wirschaftliche Konsequenzen haben, wenn der Kanal unpassierbar werden sollte.



Ein Containerschiff fährt durch die Wüste!

Unser nächstes Ziel war Luxor am Nil. Am Roten Meeres fuhren wir entlang der Küsten an riesigen neugebauten Touristen Orten vorbei. Kein schöner Anblick, auch wenn man bedenkt, das diese Orte in naher Zukunft mit Touristen aufgefüllt werden sollen!
Wer die Kultur des alten Ägypten erleben will, der muß Luxor gesehen haben!
Die gewaltigen Tempel von Theben und Karnak ...... das Tal der Könige......usw.!
Ein großartiges Erlebnis natürlich auch der große Touristenrummel am Nil.



Im Camp in Luxor lernten wir ein Paar aus Berlin kennen, die auf dem Weg
über die afrikanische Ostroute nach Südafrika unterwegs waren. Maria fragte mich: warum machen wir das nicht? Erstaunt über ihren Unternehmergeist, traf sie bei mir nicht auf taube Ohren! Dieser Plan soll 2010 in die Tat umgesetzt werden! Aufmerksam verfolgten wir die Berichte der beiden Berliner, um Infos für unser nächste große Tour zu sammeln.
Wir wollten aber jetzt die Sahara erkunden.
Geplant war die Western Desert Route über die Oasen Dhakla, Bahariya bis nach Siwa.
Bis Bahariya war keine Genehmigung notwendig. Ob wir es bis Siwa schaffen, wollten wir in Bahariya erkunden.


FORTSETZUNG folgt!




Hier finden Sie alle Bilder der Reise

Reise 1999 China- Silkroad u. Wüste Gobi mit Motorrad

Auf den Spuren der Gobi- Expedition 1908 von Prof. Peter Koslow!



Teil 1 - Planungsphase:
Jede Reise beginnt mal mit einer Idee. Ihr werdet Euch fragen, wie kam ich auf die Idee, eine Motorradreise in sehr abgelegene Gegenden nach China und Nordtibet zu machen? Das möchte ich Euch erzählen!
Vor einigen Jahren habe ich München einen Chinesen kennen gelernt, der gut Deutsch sprach. Im Laufe eines Gesprächs erfuhr ich von ihm, das er beim chinesischen staatlichen Reisebüro, CITS arbeitet und er könnte für mich Reisen in China organisieren. Ich habe daraufhin 2 Reisen mit ihm durch China und Tibet organisiert, die bestens funktioniert haben. Der entscheidende Vorteil gegenüber einem deutschen Reisebüro war, das ich mit ihm meine Strecken in China selbst planen konnte und wir daher nicht auf vorgeplanten Touristenstrecken unterwegs waren.
Ich habe dann mehrere berufliche Projekte in Indien abgewickelt und mit meinem Motorrad Indien, Nepal, Sikkim und die 1. Tour 1996 zum Base Camp Mt. Everest nach Tibet bereist. Ich war noch immer mit Mr. Wang, meinem chinesischen Bekannten, in Fax-Verbindung. Er fragte mich, warum ich mit ihm keine Reisen in China mehr organisiere? Meine Antwort war, ich habe jetzt Touren mit meinem Motorrad in Indien, Nepal und Tibet gefahren. Ich teilte ihm auch mit, dass ich gerne mit dem Motorrad auch durch China fahren würde, aber der organisatorische- und zolltechnische- und finanzielle Aufwand, Motorräder nach China zu transportieren, sei mir zu hoch.
Nach einiger Zeit erhielt ich von ihm eine Antwort, aus der ich nicht schlau wurde: er schrieb mir, das er für mich „Rennmotorräder" in China auftreiben könne? Nachdem er mir per Fax nicht beschreiben konnte, was das für Motorräder sind, bat ich ihm, er möge mir doch Fotos von diesen Motorrädern schicken.
Nach ca. 2 Wochen kam ein Brief mit einem Motorradfoto, das mich sehr erfreute: seine sogenannten „ Rennmotorräder" waren waschechte Yamaha- Enduros, 250 cc mit richtigen Stollenreifen! Er könnte diese 10 Motorräder bei seinem örtlichen Motorrad Club in Lanzhou mieten. Diese Motorräder hat eine japanische Gruppe nach einer Seidenstraßen Tour nicht mehr nach Japan zurück transportiert und dem Club geschenkt. Damit stand einer organisierten Motorradtour durch China nichts mehr im Wege!
Als meine Freunde von meinen Chinaplänen erfuhren, war in kurzer Zeit eine Gruppe von 7 Motorradfahrern und 3 Begleitpersonen zusammen gestellt.
Mit Hilfe meines chinesischen Bekannten, begannen wir eine interessante Strecke zusammen zu stellen. Ich holte alle meine Chinabücher hervor und fand interessante Plätze entlang der Seidenstraße, Nordtibet und in der Wüste Gobi. Mein Chinese wunderte sich, wo ich alle diese Informationen fand. Er kannte sie selbst nicht und musste bei anderen örtlichen Touristenstellen Informationen einholen. Er war aber sehr hilfsbereit, nur sah er große Genehmigungsprobleme voraus, da diese Strecken, die ich fahren wollte, abseits von den Behörden frei gegebenen Touristenstrecken lagen. Er musste dafür erst Genehmigung bei der Verkehrspolizei und bei der Touristenbehörde einholen.
Das größte Problem bereitete ihm aber mein Wunsch, in die Wüste Gobi zu der geheimnisvollen Wüstenstadt nach Khara Khoto zu fahren. Er wusste nicht, wo diese antike Wüstenstadt liegen soll.

Dazu eine kleine Vorgeschichte: 1990 entdeckte die Museumskuratorin Frau Francesca von Habsburg bei ihrem Aufenthalt in der Staatlichen Eremitage in Petersburg in den riesigen Lagergewölben die eingelagerten Schätze von Prof. Peter Koslow, der 1908 bei einer Expedition in der Wüste Gobi, die verschollen Stadt Khara Khoto entdeckte. Die Wüstenstadt wurde von den Horden Dschingis Khans 1227 erobert und zerstört.



Die damaligen buddhistischen Mönche versteckten ihre Schätze in den Stupas:


Das entdeckte Prof. Koslow und nahm vieles mit, was seine Kamele tragen konnten und lagerte sie in den Kellergewölben der Eremitage in St. Petersburg ein, wo sie in Vergessenheit gerieten. Er war dann nochmal 1923 in Khara Khoto und fand die Ruinenstadt kaum mehr. Sie war in der Zwischenzeit fast vollständig vom Wüstensand der Gobi zu geweht. Frau von Habsburg gelang es, dank Glasnost diese einmaligen buddhistischen Schätze zu einer Ausstellung 1993 nach Berlin und Wien zu bringen. Ich war in der Ausstellung in Berlin und entdeckte in dem Ausstellungskatalog die Koordinaten von Khara Khoto (N 41/45/40 E 10/15/14), die Prof. Koslow 1908 ermittelt hatte.

Und genau da wollte ich hin fahren!



Ich übertrug die Koordinaten in eine China- Landkarte und schickte sie zu meinem Mr. Wang nach Lanzhou. Der schickte eine Anfrage an seinen CITS (China International Travel Services)- Kollegen, den er persönlich kannte, nach Ejin Qi. Kharo Khoto liegt nur wenige Kilometer von diesem Ort entfernt in der Gobi. Die Orte liegen im militärischen Sperrgebiet nahe der mongolischen Grenze. Mr. Wang machte mir wenig Hoffnung, dass wir für unsere Motorradgruppe eine Militärgenehmigung in dieses Sperrgebiet erhalten würden. Nach einigen Wochen kam dann sehr zu meiner Freude dann die Nachricht, dass Mr. Wang`s Kollege in Ejin Qi dank etlicher Flaschen Wodka eine Genehmigung vom örtlichen Militärkommandanten für unsere Gruppe erhalten hatte!
Da ist mir wiedermal etwas fast Unmögliches gelungen:
Eine Motorrad Tour durch die Wüste Gobi: Möge die Tour gelingen!



Gruppen Visum erhielten wir beim chinesischen Konsulat in München, das ich gleich per Fax nach Lanzhou zur Genehmigung durch die örtlichen Behörden sendete. Nach der Genehmigung waren die Flüge über Kopenhagen- Peking- Lanzhou schnell gebucht.
Nach unserer Ankunft in Lanzhou mussten wir dann noch chinesische Führerscheine machen.
Wie das funktioniert hat und den Reisebericht mit Fotos der Tour erfährt Ihr im Teil 2.

Teil 2 - Die Anreise:

Fr. 9.04.: Abflug mit KLM von München über Kopenhagen nach Peking.

Sa. 10.04.: Ankunft um 7:40 in Peking. Reibungslose Einreise- Herr Wang holt uns am Flughafen ab. Dann fuhren wir in die Innenstadt in ein sauberes 4- SterneHotel. Nach dem 12 Stunden Flug erst mal ein paar Stunden schlafen. Wir wurden dann zu unserem 1. chinesischen Mittagessen abgeholt, mit etwas ungewohnter Fingergymnastik, da wir ja das Essen mit Stäbchen erst üben mussten. Auf Grund meiner früheren Chinareisen habe ich mir heimlich Löffel und Gabel in die Hosentasche gesteckt, was mir dann prompt einige spöttische Bemerkungen eingebracht hat. Zwangsläufig erhielt ich dann von meinen Mitreisenden Besteckverbot, da ich viel schneller satt war, während meine Kollegen noch mit den Stäbchen versuchten einzelne Reiskörner aufzuspießen! Am Nachmittag war dann der Besuch des Kaiserpalastes auf dem Programm. Eine gewaltige und sehenswerte Anlage, aber voll von Touristen. Abends sind wir dann todmüde ins Bett gefallen.



So. 11.04.: Vormittag Besichtigung des Pagodenparks. Als wir dann am See die Tretboote sahen, fragten wir Herr Wang, ob das die echten Pekingenten sind, was er lächelnd bestätigte!



Wer Lust hatte, konnte dann noch Spatzen am Spieß kosten:



Am Nachmittag dann der Abflug nach Lanzhou. Nach einer 80 km langen Anfahrt vom Flughafen waren wir dann in unserem Hotel.

Mo. 12.04.: Zwei Mitglieder des örtlichen Motorradclubs kamen dann mit 2 Motorrädern zum Hotel. Nach der Besichtigung waren wir sehr mit den Maschinen zufrieden. Wir fuhren dann im Bus zur Verkehrspolizei, wo wir erst mal einen Gesundheitstest über uns ergehen lassen mussten: Sehtest, Blutdruck messen, Gehörtest und anschließend theoretischer Verkehrsunterricht, persönlich abgehalten von der freundlichen Polizeichefin, mit 3 Streifen auf der Uniform. Herr Wang übersetzte auf Deutsch. Die anschließende Theorieprüfung bestand darin, das uns ein paar Verkehrszeichen vorgehalten wurden, die wir richtig erkennen mussten: Ein Dreieck, ein Schild mit einer Lokomotive, 2 Fußgänger auf einem Zebrastreifen usw...... für uns nichts Unbekanntes. Unsere Theorieprüfung war dann in einer halben Stunde zur Zufriedenheit der Polizeichefin positiv abgeschlossen. Anschließend wurden wir mit dem Bus zu einem abgesperrten Polizeigelände gefahren, wo die praktische Prüfung stattfinden sollte. Vorsorglich hatten wir alle unsere Motorradjacken und Helme aus dem Hotel mitgenommen.


In China ist Helmpflicht, auch für die Polizei:


Die praktische Prüfung wird von der Polizei vom Soziussitz abgenommen:


Und feierliche Aushändigung des Lappens unter strenger Aufsicht der Polizeichefin:




In der Zwischenzeit sind alle unsere Motorräder beim Hotel eingetroffen. Bei der Übernahme haben wir dann zu lockere Lenkkopflager festgestellt. Die mussten dann erst vom Mechaniker fester gezogen werden.



Die. 13.04.: Heute geht es auf Tour. Zuerst mal alle zum Tanken. Dann im Konvoi, voraus unser Minibus und hinter uns als Besenwagen der Klein-LKW mit einem Ersatzmotorrad, einigen Benzinfässern und dem Mechaniker, raus aus der Millionenstadt Richtung Süden in die Berge Richtung Tibet. Unser heutiges Ziel war das größte buddhistische Kloster Labrang. 130 km durch anfängliche schöne Löß- Terrassenlandschaft bis auf 3000 m Höhe.





Nachdem unsere Chinesen gemerkt haben, das wir Motorradfahren können, durften wir schneller voraus fahren. An Straßenkreuzungen haben wir dann wieder auf unsere Begleitfahrzeuge gewartet.



Nach 160 km erreichten wir das Kloster Labrang:









Wir besichtigen das Kloster, in dem rund 3000- 4000 Mönche leben sollen. Wir waren sehr erstaunt über die Größe des Klosters. Es scheint nicht richtig zu sein, dass die Roten Garden alle buddhistischen Klöster in den 50iger Jahren zerstört haben. Dies ist vorwiegend in Tibet passiert, weil die dort die Macht des Dalei Lamas gebrochen haben. Unsere politischen Fragen über Tibet an unseren Hr. Wang hatte er nur ausweichend beantwortet. Ein politischer „Aufpasser" als Begleiter, wie es heute in Tibet üblich ist, blieb uns erspart. Übernachtung im nahen Klosterhotel.



Mi. 14.04.: Nach einer kalten Nacht im Klosterhotel, Temperatur sank unter 0 Grad, fuhren wir zurück bis Linxia und auf ziemlicher staubiger Piste durch eine wunderschöne Terrassenlandschaft und in steilen Serpentinen 1000 Höhenmeter hinunter zum Gelben Fluß.




Mit einer Fähre setzten wir zum nördlichen Ufer über und erreichten nach 10 km unser Hotel an eine Kraftwerk am großen Stausee.

Do. 15.04.: Heute wollen wir zu den Binglings Grotten. Das sind über 100 buddhistische Grotten und Höhlen aus dem 3- 5.Jh. n. Ch. Die größte Höhlenstatue mißt über 30 m. Sie ist damit die größte Statue, seit die Taliban die 55 m hohe Statue in Bamijan/ Afghanistan gesprengt haben. Seit dem Bau des großen Staudammes am Gelben Fluß sind die ca. 30 km entfernten Grotten nur mit einem Motorboot zu erreichen. Die Grotten liegen in einer wunderschönen Schluchtenlandschaft.





Am Nachmittag fuhren wir dann noch weitere 200 km bis Xining. Die Strecke war ziemlich staubig und die Landschaft grau, da es auf dieser Strecke viel Industrie gab und außerdem ein weiteres Kraftwerk gebaut wurde. Wir übernachteten im schönen Quing Hai Hotel und abends ging es dann noch in die Hotel Disco.

Fr. 16.04.: Wir besuchten das alte buddhistische Kloster Kum Bum und schlenderten Nachmittag durch den Basar. Da meine Dia- Filme knapp werden, suchte ich vergebens, nur Negativfilme waren zu finden. Aber dafür fand ich andere interessante Dinge:




Sa. 17.04.: Nach einer 2. Nacht in Xining soll es heute nach Tibet gehen. Nach 90 km haben wir eine Höhe von 3400 m und die Tibetgrenze erreicht.



Unsere Papiere wurden kontrolliert. Auch Chinesen dürfen nur mit einer speziellen Genehmigung nach Tibet einreisen. Kaum hatten wir die Tibetgrenze passiert, begann es zu Schneien. Es herrschte ein kräftiger Gegenwind, sodaß wir nur mehr mit 60 km/h vorwärst kamen. Im Nuh war alles weiß, wie im Winter.



Naß und durchgefroren, machten wir bei einem Rasthaus beim Qunghai Lake einen Stop, um uns aufzuwärmen. Nach einigen Kilometer mussten wir über einen 3817 m hohen Paß. Da die Vergaser nicht auf diese Höhe eingestellt waren, waren wir froh überhaupt diese Höhe zu schaffen. Unser Mechaniker hatte Mühe und versuchte sein Bestens, die Motorräder am Laufen zu halten. Nach weitern 80 km erreichten wir endlich vollkommen erschöpft unser Hotel in Caka. Wir bekamen ausreichen Thermoskannen mit heißem Wasser, um uns wieder aufzutauen.

So. 18.04.: Das Wetter ist wieder schön geworden, auch eine schöne Landschaft mit Bergen, die dann in Sanddünen über gingen.



Wir sind früh gestartet, da wir heute 500 km bis Golmud fahren wollen. Auf der Strecke haben wir 2 Pässe mit 4000 m Höhe zu überwinden. Damit wir halbwegs über diese Höhe kommen, haben wir die Luftfilter ausgebaut. Auch eine 2. Reifenpanne zwang uns zu einer kleinen Pause. Bis der Mechaniker den Platten repariert hat, sind wir ein wenig ins Gelände gefahren. Ein kleiner Salzsee lag neben der Strasse, als wir dann darauf fuhren, merkten wir das es Eis war. Der Boden ist so kalt, das trotz Sonnenschein das Eis nicht geschmolzen war.



Auch einen kleinen Ritt auf einem Kamel konnte ich mir nicht verkneifen.



Mo.19.04.: In Golmud stießen wir auf die einzige Nord- Süd- Transitstrasse nach Lhasa. Auf dieser Strecke wurde vor einigen Jahren auch die Eisenbahnlinie nach Lhasa gebaut. Wir hatten vor, vom Quinghai Lake weiter nördlich direkt nach Aksay zu fahren, die Strecke wäre schöner in den Bergen verlaufen und 150 km kürzer gewesen. Aber diese Strecke hat man uns nicht genehmigt. Hr. Wang sagte uns, das auf der Strecke einige Gefangenenlager liegen sollen und die sollten wir nicht sehen. Von Golmud haben wir heute bis Aksay 460 km zu bewältigen. Anfangs viele Baustellen. Aber je näher wir nach Aksay kamen, umso schöner wurde die Wüstenlandschaft und das in 3500 m Höhe. Das größte Hindernis vor Aksay war ein Pass, 4120 m hoch! Unsere schwachen Motoren schafften es wirklich nur mehr im Schritttempo. In Aksay waren wir in einem nagelneuen Hotel die einzigen Gäste.



Warum die Chinesen in dieser verlassenen Gegend so ein großes Hotel bauen, kann nur mit der Nord- Süd- Transversale nach Lhasa zusammen hängen. Angeblich soll auf dieser Strecke eine Autobahn nach Lhasa in Planung sein!
Die. 20.04.: Von Aksay nach Dunhuang sind es nur 80 km. Aber uns erwartet heute und morgen ganz besondere Sehenswürdigkeiten. Schon die Fahrt nach Dunhuang kündigt uns die nahe Wüste mit hohen Dünen an. Westlich von uns liegt die Takla Makan- Wüste und Östlich beginnt die Wüste Gobi.



Wir treffen hier wieder auf eine große Zahl von Touristen, da diese Gegend zu den Top- Sehenswürdigkeiten von China gehören. Wir checken im Hotel ein und fahren anschließend nur wenige Kilometer an den Ortsrand zu den hohen Dünenfelder. Riese Dünenberge türmen sich vor uns auf, mehrer Hundert Meter hoch. Mitte in diesen riesigen Dünen liegt der berühmte Mondsichelsee mit einem kleinen Kloster.





Den Weg durch den weichen Sand haben wir am Rücken von Kamelen gemacht:


Anschließend erklommen wir die großen Dünen beim Mondsichelsee. Ein grandioser Blick in das Dünenmeer und dann warten wir noch bis zum Sonnenuntergang. Abends im Hotel besuchten wir noch eine sehr touristische Folklore Show mit Tänzen und Trachten dieser Gegend. Ein schöner Ausklang eines wunderbaren Tages.

Mi. 21.04.: Heute fahren wir mit dem Bus 25 km zu einen der größten Sehenswürdigkeiten Chinas und der buddhistischen Welt: zu den Magao- Höhlen!



Ich zitiere mal einen Reiseführer: „Die Mogao-Grotten, auch Tausend-Buddha-Höhlen genannt, sind buddhistische Höhlentempel, 25 km südöstlich von Dunhuang gelegen. Die Mogao-Grotten sind die größten besterhaltenen, ältesten und inhaltsreichsten Relikte des Buddhismus in der Welt.
Sie wurden ab Mitte des 5. Jahrhunderts auf einer Länge von 1600 Metern in die Sandsteinfelsen geschlagen mit buddhistischen Motiven (Buddha-Statuen, Skulpturen und Wandmalereien) verziert. In rund 1000 Jahren entstanden mehr als 600 Grotten. In 469 Grotten sind noch heute Wandmalereien oder Skulpturen zu sehen, mit dekorativen Steinbildhauereien, Holzschnitzereien, Malereien, Wandmalereien und Plastiken. Heilige Texte und Inschriften, Geschenke der Gläubigen, die Werke zahlloser unbekannter Künstler machten diesen Ort zu einer wahren kulturellen Schatzkammer. Diese meisterhaften Werke vermitteln ein unvergleichliches Bild vom Leben des Volkes und geben Aufschluss über den Lebensstandard der verschiedenen Bevölkerungsschichten.
Faszinierende Wandmalereien bedecken die Höhlenwände und Gewölbe. Skulpturen in Schreinen, Nischen und Korridoren, die zu den Grotten führen, wirken äußerst lebensecht und würdevoll."

Die Höhlen waren mehr als 1000 Jahre vom Wüstensand zugeweht und wurden erst vor ca. 50 Jahren von einem Mönch durch Zufall wieder entdeckt und kontinuierlich ausgegraben. Das erklärt auch den zum Teil sensationellen Erhaltungszustand. Alle Höhlen sind heute verschlossen und klimatisiert. Nur eine kleine Anzahl der Höhlen werden zeitweise geöffnet und sind nur mit Führern zugänglich. Aber die Höhlen, die man ansehen kann, sind sensationell schön! China hat so viele sensationelle antike Sehenswürdigkeiten zu bieten, aber für mich sind die Top 4: die Terrakotta Armee in X`ian, die Große Mauer, die Magao Höhlen von Dunhuang und der Kaiserpalast in Beijing. Wer die Magao- Höhlen nicht gesehen, hat die größte Sehenswürdigkeit der Seidenstrasse nicht gesehen. Allein diese Höhlen zu sehen, waren der Aufwand und die Strapazen dieser Reise wert.
In den Höhlen war Fotografieren mit Blitzlicht verboten, daher waren nur sehr dunkle Bilder möglich:






Zum Abschluß von 2 wundervollen Tagen in Dunhuang gab es am Abend leckeres Essen im Basar:




Do. 22.04.: Wir starten zu unserem letzten Abschnitt der Tour. Eine lange Etappe von 430 km bis Jiayuguan. Entlang der Strecken passierten wir immer öfter alte Wachtürme aus Lehm. Die ersten Anzeichen der Großen Mauer, die hier ihren Beginn hat. Bekanntlich ist sie über 8000 km lang. Wir erreichten dann die Große Mauer bei Jiayugan, eine gewaltige Festungszeit, die angeblich seit dem mittelalterlichem Mauerbau nie erobert wurde.
Ein paar Kilometer weiter bei Jiuquan bezogen wir unser Hotel. Am späteren Nachmittag besuchten wir noch den nahen Flugplatz, der auch das Segelflug Ausbildungsgelände der chin. Luftwaffe ist. Hier könnten auch Touristen Segelfliegen. Der Gesamteindruck war aber nicht gut, ziemlich verwahrlost und sehr altes Fluggerät. Mit unserem Standard nicht vergleichbar.



Fr. 23.04.: Wir starten heute 400 km nach Norden Richtung mongolischer Grenze. Die ersten 200 km noch Asphalt, dann 200 km ziemlich staubige Piste. Die Gobi war hier eine Steinwüste, nur in der Ferne sahen wir hohe Dünenfelder.



Die Militärkontrolle am Ortseingang von Ejin Qi verlief, dank unserer Genehmigung schnell und problemlos. Wir wurden herzlich von Hr. Wangs Kollegen begrüßt, der uns Morgen nach Khara Khoto begleiten wird.

Sa. 24.04.: Die heutige Fahrt nach Khara Khoto muß wegen Sandsturm ausfallen. Der bließ seit der Nacht so heftig, das auch die ganze Hotelhalle voll Sand war. Wir verbrachten den Tag daher mit Schlafen oder Karten spielen. Abends liß der Sturm dann nach, so daß wir in ein nahes einfaches Restaurant fahren konnten. Dort begrüßte uns auch der Militärkommandant freundlich. Er erzählte uns, daß er gerne mehr Touristen in dem einsamen Ort begrüßen würde, aber er hat die Vorschriften seines Ministeriums zu beachten. Nur durch den persönlichen Kontakt zwischen dem örtlichen Touristenleiter und Hr. Wang konnte er ausnahmsweise eine Genehmigung für unsere Gruppe ausstellen. Wie viele Flaschen Wodka er dafür erhielt, wurde nicht erwähnt. Wenn sich der Sturm bis Morgen gelegt hat, wird er uns persönlich mit dem örtlichen Touristmanager im Militärjeep nach Khara Khoto begleiten. Zum anschließenden Abendessen gab es dann natürlich auch chin. Schnaps ( ein widerlich riechendes scharfes Gesöff! ) und es wurde kräftig mit dem blöden " Kampee" (das heißt, der Schnaps muß ex runter gekippt werden) angestoßen. Die saufen ganz schön hier, klar,Russland liegt ja nicht weit weg! Uns blieb nichts anderes über, als aus Höflichkeit mit zu saufen.

So. 25.04.: Tatsächlich hatte der Sturm nachgelassen und wir starteten mit dem uns begleiteten Militärjeep russischer Bauart zur 80 km entfernte Wüstenstadt Khara Khoto. Unser Bus und der Lkw blieb beim Hotel, da wir eine sehr sandige Strecke vor uns zu bewältigen hatten. Durch den Sandsturm waren keine Spuren zu sehen. Es ging durch mehrere trockene Flußläufe und wir hielten bei einem Geisterwald mit abgestorbenen Bäumen.




An den Bäumen und den alten Flußläufen konnten wir erkennen, das es vor mehrern hunderten Jahren Flüße und Seen hier gegeben haben mußte.
Dann tauchten am Horizont hinter Sanddünen die Stupas und die Reste der langen Befestigungsmauern auf. Die Stupas sind vermutlich vor einiger Zeit restauriert worden.







Man konnte die Reste der gesamten Anlage trotz meterhohen Sanddünen gut erkennen. Die gesamte Stadtanlage hatte ungefähr eine Ausdehnung von einem Quadratkilometer und war vollständig mit hohen Lehm- Festungsmauer umgeben. Sie machte auf uns auch wegen des bedeckten Himmels einen beeindruckenden und gespenstischen Eindruck. Nach ausgiebiger Besichtigung machten wir uns wieder auf die schwierige Rückfahrt.



Wir kamen nur langsam durch teilweisen Tiefsand und über Dünen voran, da unsrer Motorräder einfach zu schwach waren. Am Nachmittag besuchten wir das kleine Stadtmuseeum. Es waren aber nicht viele Ausgrabungen von Khara Khoto zu sehen. Bekanntlich haben da die Russen vor über 100 Jahren hier ausgiebig geplündert und alles nach St. Petersburg gebracht.

Mo. 26.04.: Rückfahrt nach Jiuquan. Wetter war wieder schön aber kalt.
Die. 27.04.: Von Jiquan 220 km bis Zhangye. Nachmittag besichtigten wir in einem Tempel den dort berühmten liegenden Buddha. Sehr sehenswert. Wie so in den meisten Tempeln, war auch hier fotografieren verboten. Dafür konnte man außen schöne Malereien bewundern.




Unser Mechaniker nahm in der Zwischenzeit Kontakt mit dem örtlichen Motorradclub auf. Wir hatten bei einer Maschine einen Kupplungsschaden und kein Ersatzteil. Unsere Reservemaschine hatte schon vor einigen Tagen den Geist aufgegeben. Die Clubmitglieder waren so hilfsbereit, das sie von einer eigenen Maschine das notwendige Ersatzteil ausbauten und an unsere gleich wieder einbauten. Sie wollten sich diese Arbeit nicht bezahlen lassen. Dafür bekamen sie von mir ein Motorrad T-shirt. Als Gegenzug erhielt ich Ihre Clubfahne als Geschenk. Die hängt jetzt als Erinnerung an diese Reise in meiner Motorradwerkstatt.



Mi.28.04.: Von Zhangye bis Wuwei sind es heute 280 km. Wir fahren meist entlang der Großen Mauer, die hier fast vollständig erhalten ist. Unterbrochen nur von den Straßen, die hier zur Zeit neu gebaut werden. Daher hatten wir eine 80 km lange Baustelle.
Do. 29.04.: Weiwei- Lanzhou 270 km. Wir durften uns niergend mehr aufhalten, da wir einen Tag hinter unserem Zeitplan waren und Morgen Mittag der Rückflug nach Peking ist. Nach Ankunft großen Empfang vor dem Hotel in Lanzhou. CITS hat Polizei und Presse für unsren Empfang eingeladen. Sicher auch in Sachen Eigenwerbung. Anschließen fuhren wir noch zum Motorradclub, um unsere Maschinen abzugeben. Das abschließende Gruppenfoto am Ende dieser tollen erlebnisreichen Tour entlang der Seidenstraße war natürlich Pflicht!





Fr. 30.04.: Um 10:00 Uhr Abfahrt vom Hotel zum Flughafen.
Sa. 1.04.: In Peking Ausflug zur Großen Mauer und den Ming Gräbern.
So. 2.04.: Rückflug nach Deutschland. Eine sehr beeindruckende Motorradreise geht zu Ende. Wir sind gesamt 4200 km auf den Motorrädern gefahren, davon 700 Schotterstrecken und Wüste.
Nachdem ich jetzt weiß, dass ich über meinen Bekannten Motorräder in China mieten kann, werde ich sicher noch eine 2. Tour organisieren!
Wie heißt das Sprichwort: „ Man soll das Eisen schmieden, solange es heiß ist!" China ist hoch interessant, aber schwierig, die Reisen zu planen, wenn man außerhalb der Touristenstrecken fahren möchte. Individualreisen sind in China kaum möglich, daher habe ich über meinen Bekannten in Lanzhou eine Möglichkeit gefunden, nach eigenen Wünschen zu reisen. Damit die Kosten im Rahmen bleiben, muss ich zumindest Gleichgesinnte für eine Gruppenreise finden!
===============================================================